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Funeralinsignien im Todeskult

Amberger: Funeralinsignien
Projekt: Funeralinsignien als bildhafte Zeichen im Todeskult europäischer Herrscher

DFG-Eigene Stelle seit Februar 2007

Leitung und Durchführung: Dr. Annelies Amberger M. A.

Inhalt:

Funeralinsignien sind Herrschaftszeichen, die repräsentativ in die Begräbniszeremonie einbezogen waren. Der Begriff umfaßt alle Insignien und Würdezeichen (Krone, Szepter, Schwert, Wappenrock, Helm, etc.), die innerhalb des Trauerzeremoniells Verwendung fanden. Zu ihnen gehören drei Gruppen: 1. bereits zu Lebzeiten des Herrschers existente (Krönungs)Insignien, die in bestimmten Fällen zu Funeralinsignien umfunktioniert wurden; 2. den Krönungsinsignien nachgebildete, aber eigens für das Trauerzeremoniell hergestellte Insignien; 3. Grabbeigaben.

Mein Forschungsansatz geht davon aus, daß Funeralinsignien gleichwertig zu Krönungsinsignien die Rechtmäßigkeit von Herrschaft symbolisierten und Tugendvorstellungen vermittelten, die insbesondere die Herrschafts- oder Staatsvorstellung legitimierten und in der Praxis Auswirkungen auf das Rechtswesen hatten. Letzteres läßt sich am Beispiel des Szepters veranschaulichen, das beim Krönungsritus mit Weiheformeln überreicht wurde, die auf Gerechtigkeit Bezug nehmen, und das als wichtiges Zeichen des Richters galt. Insignien kommunizierten die Sakralität des Herrschers als imago Dei in Form bildhafter Zeichen. Da diese Sakralität nicht mit dem Tod endete, gewährleisteten Funeralinsignien dem toten Herrscher vor Gott die Identifikation als guter und gerechter Herrscher. Ähnlich Piktogrammen visualisierten sie als kulturell vielfältig kodierte Zeichen die enge Verflechtung von Idee und Realie.

Die ideelle Bedeutung von Insignien läßt sich in Bild- und Textquellen untersuchen, zu denen neben anderen die realen Insignien, Miniaturen, Graphiken, Krönungs- und Funeralordines gehören. Materialikonologisch ist die Tatsache von Bedeutung, daß Funeralinsignien sowohl aus edlen als auch aus unedlen Metallen hergestellt sein konnten. Im Hinblick auf beide Materialgruppen stellt sich ebenfalls die Frage nach einem möglicherweise durch die Materialien symbolisierten Tugendkonzept. Ergänzend zu den Methoden der Bild- und Textquellenuntersuchungen, der Ikonographie und Ikonologie soll das Konzept morphologischer Bildreihen (Aby Warburg) Anwendung finden, das der didaktischen Klärung von Ideen- und Funktionswandel durch Bilder dient, mit der Voraussetzung, daß Insignien als bildliche Projektionen von Ideen zu verstehen sind.

Publikation:

Insignienverlust – Insignienbesitz: Krone und Ring als Funeralinsignien im Grab Kaiser Heinrichs IV. und Herodesbilder in Lambach, in: Frühmittelalterliche Studien 42 (2008)

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