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Jahresbericht 2006

INHALT

0. Leitartikel: Renaissance der Religionen?

1. Interdisziplinäres Symposion: Frauen - Gewinnerinnen oder Verliererinnen der Globalisierung? Neue Ansätze für eine gendergerechte Weltordnung

2. Wissenschaftliches Kolloquium: Religiöse Symbole in multikulturellen Gesellschaften

3. Vorlesungszyklus »Fremde Kulturen und Religionen«

4. JESPHIL-Treffen 2006

5. Alfred-Delp-Preis

0. Leitartikel: Renaissance der Religionen?

Im vergangenen Jahr war »Religion« im öffentlichen Diskurs so präsent wie lange nicht mehr: mit vielfältigsten Konnotationen, bisweilen explizit, häufig aber auch nur als gleichsam mitschwingender Grundton: bei den täglich neuen Opfermeldungen aus dem Irak; in der Berichterstattung über den internationalen Kampf gegen den Terrorismus; beim Streit um die Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung mit den daraus erwachsenden weltweiten Protesten; beim Thema Integration ausländischer Mitbürger in Deutschland mittels Einbürgerungstests; beim Papstbesuch in Bayern samt Regensburger Rede mit ihren bekannten Folgen; bei der Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei; die Liste ließe sich fortschreiben...

Es scheint, die These vom unaufhaltsamen Fortschritt der Säkularisierung in Europa greift damit ebenso zu kurz wie die Gegenthese von ihrem Ende. Im Mittelpunkt der Debatten steht dabei meistens das Verhältnis von Christentum und Islam bzw., präziser, von historisch christlich geprägten Ländern zu Muslimen. Was bei genauerer Analyse der oben genannten Phänomene neben der immer kürzer werdenden medialen Halbwertszeit von kurzfristigen Erregtheiten des politischen Betriebs auffällt, ist die offensichtliche Unkenntnis religiösen Basiswissens in weiten Teilen der Öffentlichkeit wie der Medien, die sich auf doppelte Weise äußert: weitgehend desinteressiert bis distanziert-offen (in Bezug auf das Christentum) und beunruhigt bis latent aggressiv (in Bezug auf den Islam).

Dieses Unwissen paart sich in der öffentlichen Diskussion um die Abgrenzung des ›christlichen Abendlandes‹ vom Islam häufig mit einem hohen Grad an Geschichtsvergessenheit: Die ersten christlichen Gemeinden entstanden zu weiten Teilen im damaligen Kleinasien, heute überwiegend Staatsgebiet der Türkei; der erste christliche Missionar Paulus kam aus Tarsus, einer südtürkischen Küstenstadt im Grenzgebiet zu Syrien; die maßgeblichen Theologen der ersten Jahrhunderte kamen aus Nordafrika und Kleinasien; die wichtigsten Konzilien der frühen Kirche, auf denen wesentliche und bis heute verbindliche Glaubensinhalte des Christentums definiert wurden, fanden auf heute türkischem Boden statt: Nizäa (heute Iznik) und Chalcedon (heute Großraum Istanbul).

Auch im Zusammenhang mit einer häufig kritisierten fehlenden islamischen Aufklärung wird gerne übersehen, dass zumindest die katholische Kirche gerade einmal vor vierzig Jahren nach 250-jährigem Abwehrkampf in der Moderne ankam – erst auf dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-65) kam es zur formalen Anerkennung der Demokratie und zur uneingeschränkten Akzeptanz der Menschenrechte inklusive der Religionsfreiheit. Mit dem Erinnern an die eigene kirchliche bzw. mitunter auch kulturelle Vergangenheit sollen die Probleme, vor die westliche Gesellschaften mit der Integration muslimischer Mitbürger gestellt sind, nicht verharmlost werden. Im Gegenteil, gerade das Bewusstmachen der Schwierigkeiten des Katholizismus, sich historisch mit der Moderne zu arrangieren, macht das Ausmaß dieser neuen Herausforderung deutlich.

Dass ihre Bewältigung aber immer dringlicher wird, ergibt sich auch aus der Logik einer globalisierten Welt: Westliche Interpretationsschemata von Staat, Gesellschaft, Kultur und Religion haben ihren Primat verloren. Schon um des friedlichen Zusammenlebens willen innerhalb und zwischen den Völkern bedarf es auch der Deutungsmuster anderer Kulturen und Religionen.

Vor einem so skizzierten Hintergrund sind Anliegen und Programm des Rottendorf-Projekts aktueller denn je: das Wissen um und die konstruktive Auseinandersetzung mit fremden Kulturen und Religionen, deren Ressourcen trotz all ihrer Ambivalenzen für eine humane Gestaltung der Globalisierung unverzichtbar scheinen.

Neben dem traditionellen Arbeitsschwerpunkt des Interdisziplinären Symposions (zu »Globalisierung und Gender-Gerechtigkeit«) wurde im vergangenen Jahr mittels des Wissenschaftlichen Kolloquiums zu »Religiösen Symbolen in multikulturellen Gesellschaften« bewusst ein Thema in engem Zusammenhang mit den oben skizzierten Diskussionen gewählt. Dies findet im kommenden Jahr seine Fortsetzung mit einem Kolloquium zu »Innerislamischen Reformdebatten mit Schwerpunkt Türkei« und dem Symposion zu »Globalem Wirtschaften im Spannungsfeld kulturell-religiöser Vielfalt«. Auch im Rahmen des Vorlesungszyklus »Fremde Kulturen und Religionen« wird in den kommenden Semestern der Schwerpunkt Islam und Naher/Mittlerer Osten fortgesetzt werden. Eingebunden in das weitere Ausbildungs-Angebot der Hochschule für Philosophie hofft das Projekt so, seinen kleinen Beitrag zu den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten zu leisten.

Mattias Kiefer

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1. Interdisziplinäres Symposion: Frauen - Gewinnerinnen oder Verliererinnen der Globalisierung?

am 19./20. Mai 2006.

Die Globalisierung ist ein vielschichtiger und ambivalenter Prozess, der zwar viele neue Chancen eröffnet, andererseits aber weniger leistungsfähige Länder, Regionen und Menschen häufig zu Verlierern macht. Dies gilt auch für die Auswirkungen der Globalisierung auf die Lebensverhältnisse, die gesellschaftliche Rolle und die politischen Handlungsmöglichkeiten von Frauen. Zahlreiche Studien zeigen, dass viele Frauen in reichen Ländern Vorteile haben (z.B. Dienstleistungen für Haushalt und Familie durch Frauen aus ärmeren Ländern), während sich der globale Wandel mit seinen Folgeerscheinungen besonders auf Frauen in Entwicklungs- und Transformationsländern auf vielfältige Weise negativ auswirkt. Dies betrifft Alltagsprobleme wie den Zugang zu sozialen Grunddiensten (Gesundheit, Bildung), der schon immer geschlechterspezifische Züge trug, aber auch Probleme, die durch die globale Mobilität eine neue Dimension erhalten haben: von Migration und Flucht bis hin zum Frauenhandel und zur Zwangsprostitution.

Viele dieser Probleme sind schon lange Themen der Gender-Forschung, aber auch der internationalen Politik. Dies betrifft zum einen die universalen (Menschen)Rechte der Frauen, die unter Verweis auf kulturelle und religiöse Traditionen nach wie vor teils höchst umstritten sind. Zum anderen betrifft dies vielfältige Politikfelder, vor allem die Entwicklungspolitik als Querschnittsaufgabe. Die wachsende Dynamik der Globalisierung hat aber zusätzlich neue Herausforderungen geschaffen, die sowohl der theoretischen Reflexion wie konkreter politischer Maßnahmen bedürfen.

Das Rottendorf-Projekt ist von seiner Zielsetzung her dem Ziel globaler Solidarität verpflichtet, was die Frage der Gender-Gerechtigkeit einschließt. In diesem Sinn war Anliegen des Symposions, die skizzierte Thematik aufzugreifen und aus interdisziplinärer Perspektive Fragen nachzugehen wie: Welche Ursachen und Folgen haben frauenspezifische Armut und Benachteiligung? Wie wirkt sich die Globalisierung auf diesen Tatbestand aus? Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang sozio-kulturelle und religiöse Traditionen? Gibt es spezifische, gleichwohl aber universale »Menschenrechte für Frauen«? Was kann die neuere Gender-Forschung zu einer Verbesserung der Stellung der Frauen beitragen? Welche konkreten Maßnahmen sind für ein »Empowerment of Women« erforderlich?

Diskutiert wurden Themen wie die Auswirkungen der Globalisierung auf die Geschlechterverhältnisse (Prof. Dr. Claudia von Braunmühl, Berlin), die Menschenrechte im »Gender-Test« (Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins, Bamberg), die offene Frage von Frauen als Stiefkinder der Weltreligionen (Prof. Dr. Johannes Müller S.J., München) sowie das »Empowerment of Women« als Thema einer Gender-gerechten Weltordnung (Prof. DDr. Sabine von Schorlemer, Dresden). Die jeweiligen Diskussionen nach den Referaten wurden kenntnisreich bereichert durch einen Vertreter der Hochschule für Philosophie (Dr. Eckhard Frick S.J.) und die Geschäftsführerin der Deutschen Kommisison Justitia et Pax (Gertrud Casel, Bonn).

Claudia von Braunmühl, Politologin und langjährige Praktikerin in der entwicklungspolitischen Beratung, basierte ihre primär sozialwissenschaftliche Analyse der Wechselwirkungen von Globalisierung und Geschlechterordnungen auf einer Spielart der Gender-Theorie. Sie ging aus von der Grundprämisse, dass Geschlechterordnungen soziale Konstruktionen sind, und damit auf sozialen und kulturellen Prozessen beruhen, die historisch entstandene, mit dem biologischen Geschlecht begründete Machverhältnisse transportieren. Vorstellungen von einer ‚richtigen‘ Frau und einem ‚richtigen‘ Mann und dem ‚richtigen‘ Verhältnis zwischen ihnen, also von einer ‚richtigen‘ Geschlechterordnung, spielen eine wesentliche steuernde Rolle in allen gesellschaftlichen Bereichen, in Haushalt und Familie, in der Arbeitswelt und im öffentlichen Leben. Ein Ergebnis der vorgelegten Analyse war, dass weltweit in fast allen Gesellschaften die Ordnung der Geschlechter zuungunsten von Frauen asymmetrisch organisiert ist – diese ‚Geschlechterunordnung‘ wird dabei in Religion, Erziehung, Medien und anderen sozialen Institutionen vermittelt und stabilisiert. Weltweit gilt weiterhin, dass die gesellschaftlich verordnete Zuständigkeit von Frauen für Haus- und Versorgungsarbeit aus der Fähigkeit zur physischen Mutterschaft begründet und systematisch geringer als Männerarbeit bewertet wird. Anhand der Themenbereiche Landwirtschaft und gewalttätig ausgetragener Konflikte in Entwicklungsländern wurde in einem zweiten Schritt die Theorie an der Praxis exemplifiziert und dabei die Interaktion von Geschlechterordnungen mit Charakteristika des Globalisierungsprozesses verdeutlicht. Ein abschließender Ausblick führte Gender-Mainstreaming als mögliches zentrales Instrument zum Abbau ungleicher Geschlechterverhältnisse ein.

Nach von Braunmühls primär empirisch basierter Analyse unterzog Mariannae Heimbach-Steins aus sozialethischer Perspektive die Menschenrechte einem sog. »Gender-Test«. Ihr Fokus lag dabei speziell auf politischen Zusammenhängen, die einerseits bedingen, dass zwar spezifische, gleichwohl menschenrechtlich relevante Erfahrungen von Frauen und Mädchen unartikuliert bleiben, und dass andererseits Frauenrechte in sehr vielen Fällen und Kontexten nicht nur »zufällig«, sondern systematisch und strukturell missachtet werden. Mithilfe der Analysekategorie Gender und systematisch basierend auf der Identifizierung von Frauenrechten als Menschenrechten (vgl. die Weltmenschenrechtskonferenz Wien, 1993) konstatierte sie eine weitgehende ‚Genderblindheit‘ der Menschenrechte, eine Diagnose, die trotz Fortschritten in Richtung einer gendersensiblen Weiterentwicklung des menschenrechtlichen Instrumentariums in den letzten ca. 20 Jahren nach wie vor zutrifft. In einem letzten Schritt plädierte Heimbach-Steins für einen kontextsensiblen menschenrechtlichen Universalismus, der damit folgende Doppelfunktion zu erfüllen in der Lage ist: zum einen Frauen und Mädchen in ihren jeweiligen sozio-kulturellen Lebenswelten als Anspruchsträgerinnen von Menschenrechten zu identifizieren, und sie zum anderen gerade dadurch zu Akteurinnen gegenüber den partikularen Ansprüchen und Erwartungen zu machen, mit denen sie in diesen Kontexten konfrontiert werden.

Johannes Müller S.J. ging anschließend aus primär religionswissenschaftlicher Perspektive der Frage nach Frauen als Stiefkindern der Weltreligionen nach. Eine wichtige Rolle bei der Gewalt gegen und Rechtfertigung von Benachteiligung von Frauen spielen dualistische Geschlechterkonzepte, die eine Vorrangstellung des Mannes als »naturbedingt« rechtfertigen, obwohl es sich dabei in der Regel um sozio-kulturelle bzw. religiöse Konstrukte handelt. Im Falle religiöser Legitimation tritt dann an die Stelle von Natur als höchster Auorität ein transzendentes Wesen. In den Quellentexten jeder Religion finden sich sowohl für eine positive Einschätzung wie für die Minderwertigkeit von Frauen Belege – insofern sind sie offen für viele verschiedene Interpretamente, häufig korrelierend mit zeitabhängigen, extern-kulturellen Faktoren. Damit steht auch die Geschlechterfrage im Spannungsfeld von Religion und Kultur. Im Zusammenhang mit kultureller Globalisierung ergeben sich dabei neue Chancen und Risiken: Können einerseits universale Menschenrechte wie Religionsfreiheit oder ein Recht auf kulturelle Identität dazu missbraucht werden, Frauenrechte zu verweigern, stoßen andererseits Genderkonzepte westlicher Provenienz häufig auf Widerstände in anderen Kulturkreisen. Nach Müller lässt sich dieses Spannungsverhältnis am besten durch gemeinsames Handeln und geduldigen Dialog verringern.

Im letzten der vier Referate stellte Sabine von Schorlemer aus primär völkerrechtlicher Sicht das Empowerment von Frauen im Rahmen einer Weltordnungspolitik in den Mittelpunkt. Auf globaler Ebene bildet hierfür »Gender-Mainstreaming«, ein top-down-Prozess, die alles überwölbende Strategie, weswegen es im Hinblick auf mehr Gendergerechtigkeit umso wichtiger ist, dieses Konzept komplementär zu ergänzen mit »Empowerment« als bottom-up-Prozess. Hier hat sich seit der Ersten Weltfrauenkonferenz (1975, Mexiko) etliches getan: Sowohl auf dem Gebiet des Menschenrechtsschutzes (Fakultativprotokoll 2001 zur Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women CEDAW, 1981), wie auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit (Millennium-Entwicklungsziel 3), als auch auf dem der Sicherheitspolitik (Sicherheitsratsresolution 1325) finden sich dynamische Rechts- und Politikentwicklungen, die entscheidend zur Verbesserung der politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen von Empowerment beitragen. Dennoch, so von Schorlemers Resüme, wird ein auf die Überwindung von geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Gewalt und die Gleichberechtigung der Geschlechter zielendes Empowerment nur möglich sein, wenn auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene Bündnisse diverser Akteure eingegangen werden, zwischen Frauen, zwischen Frauen und Männern, zwischen Regierungen, und zwischen Regierungen und Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Kirchen sowie Medien.

Auf dem abschließenden Podium spitzte sich die Diskussion zu vor allem auf die Frage, wie Männer am sinnvollsten zu einer Gender-gerechteren Welt beitragen können.

Die Ergebnisse des Interdisziplinären Symposions werden wie in den vergangenen Jahren in einem Tagungsband veröffentlicht, der voraussichtlich im Mai 2007 als Band 15 in der Reihe »Globale Solidarität« des Kohlhammer-Verlags, Stuttgart, erscheinen wird.

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2. Wissenschaftliches Kolloquium: Religiöse Symbole in multikulturellen Gesellschaften

am 4. Mai 2006.

Seit geraumer Zeit treten religiöse Symbole bzw. Handlungen zunehmend in den Mittelpunkt öffentlichen Interesses. Der Streit, der sich auch in Deutschland an der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten entzündete, ist dabei nur der aktuellste, andere gingen voraus. Dabei überlagert sich die Diskussion dieser konkreten Fragen häufig bis zur Undurchschaubarkeit mit Argumenten und Anliegen, die sich aus ganz anderen Themenfeldern und Motivationslagen speisen: Es geht um »Aufklärung«, europäische Werte und einen so tatsächlich wahrgenommenen oder doch nur herbei geredeten »Kampf der Kulturen«, Grundrechte werden gegeneinander ausgespielt (Religionsfreiheit vs. Meinungs- bzw. Pressefreiheit), und das in der Menschenwürde gründende Recht auf Anerkennung wird in Konkurrenz gesehen zu sozialer Kohäsion und der Herausbildung einer nationalen politischen Identität. Zusätzlich verschärft wird die Diskussion einerseits durch das deutlich engere Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien, Kulturen und Religionen infolge der Globalisierung, sowie andererseits durch die Anfälligkeit dieser Debatten gegenüber politischer Instrumentalisierung.

Das Wissenschaftliche Kolloquium wollte anhand der im Frühjahr 2006 aktuellen Debatte um den Status religiöser Symbole versuchen, aus interdisziplinärer Perspektive eine Reflexion der hochkomplexen und vielfältig verworrenen Diskussionslage vorzunehmen. Ein Anliegen dabei war, gemäß der Zielsetzung des Projekts auch nach Wegen einer Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen zu fragen. An der Diskussion nahmen teil Hans Werner Kilz (Chefredakteur Süddeutsche Zeitung, München), Prof. Dr. Johannes Müller S.J. (Institut für Gesellschaftspolitik, München), Prof. Anas Schakfeh (Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs, Wien) und Dr. Hans-Jochen Vogel (München), Bundesjustizminister a.D.

Letzterer rekonstruierte die geltende Rechtslage in Deutschland so: Was als religiöses Symbol anzusehen ist, bestimmt wesentlich die jeweilige Religionsgemeinschaft, wohingegen die Verfassung einerseits Religionsfreiheit und andererseits die Gleichberechtigung aller anerkannter Religionsgemeinschaften garantiert; ein juristischer Grenzfall besteht dann, wenn bereits ein Symbol unvereinbar ist mit dem Grundgesetz.

Bei einem Blick auf die Situation in Österreich zeigt sich, dass dort der muslimische Glaube bereits 1912 rechtlich anerkannt wurde, seit 1979 hat die islamische Glaubensgemeinschaft wie die christlichen Kirchen den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Davon unberührt allerdings sind auch dort die Debatten um kulturelle Gleichstellung. Anas Schakfeh sprach sich in diesem Zusammenhang zwar deutlich gegen eine Leitkultur aus, gleichwohl aber gebe es eine zu achtende historisch gewachsene ‚kulturelle Prägung‘ eines Landes, ob in Östereich oder im Orient, die allerdings rechtlich nicht fixierbar sei. Dem hielt Vogel in der Diskussion entgegen, dass, erstens, die Anerkennung einer geltenden Verfassung etwas anderes sei als die Unterwerfung unter jedwede Art ‚kultureller Prägung‘, und dass, zweitens, aus letzterer ohehin keine rechtlichen Konsequenzen abzuleiten seien. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang, dass bereits heute in sechs deutschen Bundesländern wohl nicht von einer ‚christlichen Prägung‘ auszugehen sei und dennoch die Anerkennung des Grundgesetzes nicht in Frage stehe.

Hans Werner Kilz stellte maßgeblich auf den Karikaturen-Streit ab: Die Grenzen der grundgesetzlich garantierten Meinungs- und Pressefreiheit werden in Deutschland vom Presserecht definiert, d.h. sie sind zwar sehr weit gezogen, aber nicht grenzenlos, insofern als z.B. Persönlichkeitsrechte zu wahren sind. Die Pressefreiheit ist darüber hinaus essentieller Bestandteil einer demokratisch verfassten pluralen Kultur. Symbole, einschließlich der religiösen, sind als Handwerkszeug des Karikaturisten Grundbestandteil des journalistischen Alltags. Weil Religionsgemeinschaften wie jede andere gesellschaftliche Institution Kritik aushalten können müssen, seien religiöse Symbole auch »nicht unter Artenschutz zu stellen«. Schakfehs Entgegnung: Es ist zu differenzieren zwischen der Karikatur Mächtiger und der Beleidigung Schwacher. Die Diskussion machte deutlich, dass zum einen historisch die Menschenrechte erkämpft wurden gegen den Staat, heute aber zunehmend in Gefahr sind, gegen Minderheiten eingesetzt zu werden, zum anderen wurde festgestellt, dass die Grenzen gesellschaftlicher Toleranz gegenüber z.B. Fremdenfeindlichkeit deutlich enger sind als gegenüber Religion.

Aus der Prämisse, dass religiöse Symbole sich heute in einer globalisierten Welt zeigen und demzufolge eine rein westliche Sichtweise zu ihrer Beurteilung nicht mehr angemessen ist, leitete Johannes Müller S.J. folgende Thesen ab:

• Die meisten Muslime lehnen Gewalt als Reaktion auf eine empfundene Beleidigung ihrer Religion – häufig auch verstanden als Fortsetzung des Kolonialismus – ab, dennoch handelt es sich um eine tiefe Verletzung religiöser Gefühle. Dies ist zu achten.

• Religiöse Gefühle sind ernst zu nehmen, schon allein deshalb, weil ansonsten ein friedliches Zusammenleben der Völker gefährdet wird. Dies erfordert Rücksichtnahme und Toleranz.

• Ein »Recht auf Anerkennung« wurzelt in der Menschenwürde. Dieses Recht ist sowohl individuell als auch kollektiv-kulturell zu verstehen. Somit handelt es sich dabei auch um ein Recht auf Anerkennung kultureller Differenzen.

• Das Grundrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit ist so zu differenzieren, dass es Kritik, auch an institutionalisierter Religion, abdeckt, die Verletzung religiöser Gefühle aber nicht rechtfertigt.

Die sich an die Statements anschließende Diskussion drehte sich vor allem um die Verhältnisbestimmung zwischen Kultur und Religion sowie die Rolle des Rechts bzw. des Rechtsstaats. Konsens herrschte darüber, dass Kulturen dynamisch und nicht statisch sind, insofern also immer Raum für Veränderung möglich ist, so er eingeräumt wird. Weiter herrschte Einigkeit über prinzipielle Grenzen und Beschränkungen des Rechts, das deshalb immer der Flankierung durch einerseits den ‚guten Geschmack‘ und andererseits Rücksichtnahme bedarf. Nicht zuletzt stimmten alle überein, dass es in Europa ein hohes Informationsdefizit über Religionen gibt: Dies betrifft speziell den Islam, ist aber ein deutlich zunehmendes Problem auch der christlichen Kirchen. Zukünftig kann dies möglicherweise angesichts einer säkularen, bisweilen explizit religionsfeindlichen Umgebung vielleicht Solidarisierungseffekte unter Religionsgemeinschaften mobilisieren, die heute noch kaum vorstellbar scheinen. Bis zuletzt umstritten blieben die Reichweite der Pressefreiheit, Aufgabe wie Grenzen von Satire, sowie die Möglichkeit bzw. die Rechtfertigung regulierender Eingriffe staatlicher Organe in privatrechtlich organisierte Medien. Nachdenklich stimmen musste die Einsicht, dass durch Nachrichtenübermittlung in Echtzeit in einer globalisierten Welt ein »Kampf der Kulturen« auch heraufbeschworen werden kann, wo er gar nicht existiert. Offen blieb die Frage, ob der öffentliche Friede einer Gesellschaft erst dann gestört ist, wenn es zu massiven, unter Umständen sogar gewalttätigen, Protestaktionen kommt, oder ob dieser Zustand nicht bereits viel früher erreicht wird.

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3. Vorlesungszyklus »Fremde Kulturen und Religionen«

Veranstaltungen im Rahmen des Vorlesungszyklus »Fremde Kulturen und Religionen« 2006

1) Dr. Hubert Hänggi S.J., Zürich, Vorlesung: Einführung in den Hinduismus: Lila, das Spiel Gottes, Sommersemester 2006.

Das Spiel (lila) steht anderen Grundbegriffen des Hinduismus sehr nahe und ist daher sehr gut geeignet, in hinduistische Philosophie und Spiritualität einzuführen. Insbesondere wurden Wesen und Funktion göttlicher Erscheinungsformen (avatara) wie Krischna und Rama sowie deren Verehrung im Spiel dargelegt.


2) Prof. Dr. Raif Georges Khoury, Heidelberg/Paris, Vorlesung: Theologie, Philosophie und Befreiung des Geistes im islamischen Mittelalter, Sommersemester 2006.

Der Koran eröffnete den Arabern eine neue Welt, die sich religiös und spirituell von den vorislamisch-heidnischen Zeiten radikal unterschied: Neue individuelle und soziale Werte traten in Erscheinung, die philologisch erklärt und kommentiert werden mussten. Beeinflusst vom hellenisierten Juden- und Christentum führte dies zur Bildung von Gelehrten-Kreisen, die allmählich in eigene theologische und philosophische Bewegungen mündeten.

An der Spitze dieser gesamten geistigen Bewegung standen die Dichter Arabiens und Persiens: Sie waren der Motor dieser mittelalterlichen »Befreiung des Geistes« zugunsten von mehr Toleranz und Emanzipation in Politik, Gesellschaft und Religion.

Die Vorlesung trug all diesen Gesichtspunkten Rechnung, um zu enden mit einer Analyse der Situation heute, die gekennzeichnet ist vom Ergebnis eines jahrhundertelangen schleichenden kulturellen Niedergangs.

3) Prof. Dr. Johannes Laube, München, Seminar: Ethische Texte des Konfuzianismus (bes. des Konfuzius und Menzius): Lektüre in deutscher Übersetzung verglichen mit den chinesischen Quellen und Diskussion der Grundbegriffe, Sommersemester 2006.

Das Leben der Chinesen wurde bis 1911 maßgeblich von den ethischen Idealen des Konfuzius bzw. des Konfuzianismus bestimmt. Heute streitet man sich unter China-Experten über die Frage, ob der Einfluss des Konfuzianismus auch (wieder oder noch immer) das heutige nachmaoistische China bestimmt oder nicht. Ausgehend von der Hypothese, dass der Ruf nach einem neuen (reformierten) Konfuzianismus lauter werden wird, je mehr China seine heutige neokapitalistische Gesellschaft als Bedrohung empfindet, war Ziel des Seminars, anhand von Konfuzius und seinem großen Systematisierer Menzius Grundzüge ethischen Denkens im alten wie neuen China zu verdeutlichen.

4) Dr. Alexei Rybakov, Eichstätt, Vorlesung: Einführung in die russische Geschichte und Kultur, Sommersemester 2006.

Die Vorlesung bot einen Überblick über die bedeutendsten Entwicklungen der russischen (Geistes)geschichte, im Mittelpunkt stand dabei das widerspruchsvolle Verhältnis Russlands zum »Westen«. Weitere Schwerpunkte bildeten die Besonderheiten der russischen Staatlichkeit und der politischen Kultur, das Spannungsverhältnis zwischen der »Macht«, dem »Volk« und der »Intelligenzija«, die Rolle der Literatur in der Entwicklung der russischen Gesellschaft, sowie die Wesensmerkmale russischer Philosophie.

5) Dr.habil. Katajun Amirpur, Berlin, Vorlesung: Die Krise des Islam? – Ansätze der Reform, Wintersemester 2006/07.

Leider musste diese Vorlesung der renommierten Islamwissenschaftlerin kurzfristig aus persönlichen Gründen der Lehrbeauftragten ausfallen.

6) Prof. Dr. Gerhard Grohs, München, Seminar: Islam und Christentum südlich der Sahara, Wintersemester 2006/07.

Leider musste das Seminar wegen zu geringer Teilnehmendenzahl ausfallen. Es hätte nach über zehn Jahren Gastdozententätigkeit im Rahmen des Vorlesungs-Zyklus »Fremde Kulturen und Religionen« die letzte Veranstaltung Prof. Grohs‘ sein sollen. Wir danken ihm an dieser Stelle herzlich für seine vielen Jahre engagierter und mit einem großen Herz für Afrika praktizierten Lehre!

7) Dr. Johannes Herzgsell S.J., Seminar: Ausgewählte Texte zum interreligiösen Dialog, Wintersemester 2006/07.

Im Mittelpunkt des Seminars stand der buddhistisch-christliche Dialog, geleitet von der Frage, welche Parallelen und Annäherungen einerseits und welche bleibenden Unterschiede und Ergänzungen andererseits zwischen den beiden Religionen bestehen. Die maßgeblichen Vergleichspunkte waren dabei: die Gründergestalten, die Auffassung vom Absoluten, das Geschichtsverständnis und die Lehre vom Nicht-Selbst bzw. Selbst.

8) Dr. Markus Hünemörder, Vorlesung: Einführung in die Kultur, Politik und Gesellschaft der USA, Wintersemester 2006/07.

Nicht erst seit Tocqueville betrachten Europäer die USA mit einer Mischung aus Faszination und Argwohn, aus europäischer Sicht erscheint Amerika oft seltsam und widersprüchlich. Diese Vorlesung, eine Überblicksveranstaltung zu zentralen Aspekten der amerikanischen Gesellschaft und Kultur, behandelte insbesondere Fragen des politischen Systems und der politischen Kultur, der Religions-, Ideen- und Immigrationsgeschichte sowie die Struktur der US-amerikanischen Gesellschaft. Ziel war, durch die Verschränkung von historischer Betrachtung, Gegenwartsbezügen und einer transatlantisch vergleichenden Perspektive einen eigenen Verständnishorizont für die letzte verbliebene Supermacht zu entwickeln.

9) Prof. Dr. Raif Georges Khoury, Heidelberg/Paris, Vorlesung: Die Ursachen radikaler Tendenzen in der arabisch-islamischen Welt, Wintersemester 2006/07.

Die Vorlesung analysierte in einem ersten Schritt die Ursachen der Probleme der muslimischen Länder der Dritten Welt. In einem zweiten Schritt wurde, aufbauend auf den Gedanken Gibran Khalil Gibrans, der immer wieder betont hatte, dass die Welt nur als kulturelle Bestand haben werde, versucht, eine solchermaßen theoretisierte Basis von Entwicklung zu legen. Im Mittelpunkt stand dabei immer das Verhältnis zwischen Tradition und Fortschritt.

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4. JESPHIL-Konferenz 2006: »Philosophie vor dem Geheimnis des Todes«

31.8.-4.9.2006, Cluj/Rumänien

Auch 2006 unterstützte das Rottendorf-Projekt den alle zwei Jahre stattfindenden JESPHIL-Kongress, an dem dieses Jahr 27 Jesuiten aus 14 europäischen Ländern teilnahmen, die jeweils im Bereich Philosophie arbeiten:

[...] The following papers were presented at the meeting: Death, Survival and Christian Materialism: On the Compatibility of Physicalist Theories of the Human Person, Diachronic Identity of Persons, and the Possibility of Resurrection (Godehard Brüntrup S.J., München); Das Problem des Todes in der Stoa (Friedo Ricken S.J., München); Zur Philosophie des Todes im Deutschen Idealismus (Josef Schmidt S.J., München); Marx, marxisme et la mort (Jean-Yves Calvez S.J., Paris); La Pensée de la Vie et de la Mort en Friedrich Nietzsche (Paul Valadier S.J., Paris); La mort dans la culture Roumaine (Alin Tat, Cluj); Freud on Death: Does the Work of Mourning Consist in Maintaining or Breaking Attachment? (Eckhard Frick S.J., München); Do not go gentle into the Good Night: Poetic Faces of Death (Hugo Roeffaers S.J., Heverlee); Der Gedanke des Todes bei Arthur Schopenhauer (Harald Schöndorf S.J., München); Human Soul and the Death of the Body in the Philosophy of R. Swinburne (Lubos Rojka S.J., Bratislava); Wheather Death is an Evil in Bernard Williams and Thomas Nagel (Michael Bordt S.J., München); La pensée de la Mort chez Maurice Blondel et Claude Bruaire (Paul Favraux S.J., Namur/Brüssel); Philosophic Reflections on the Concepts of Soul and Immortality (Edmund Runggaldier S.J., Innsbruck). We also had the joyous opportunity for an evening conversation with Mons. Florentin Chrialmeanu (Bishop of the Greek-Catholic Church), who spoke to us about the Ecclesial and social situation in Romania. [...] The assembly of JESPHIL also deliberated that the next meeting will take place in Germany at the end of August 2008, whereby the topic of discussion will be »Philosophical Conditions of Inter-Religious Dialogue«. It was also decided that JESPHIL shall do whatever possible in order to organize a world meeting of Jesuit Philosophers for the summer of 2007 in Frankfurt/Main.

aus dem Konferenzbericht von João Vila-Chã, S.J.

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5. Alfred-Delp-Preis

Nachtrag Jahresbericht 2005

Die Hochschule für Philosophie verleiht durch das Rottendorf-Projekt im dreijährigen Turnus den Alfred-Delp-Preis als Anerkennung für besondere wissenschaftliche Leistungen aus dem Kreis der Studierenden der Hochschule. Mit diesem Preis wird eine besonders herausragende Dissertation, die an der Hochschule seit der Vergabe des letzten Preises eingereicht wurde, prämiert. Darüber hinaus werden zwei besonders qualifizierte Magisterarbeiten der Hochschule mit je einem Förderpreis ausgezeichnet.

Der Preis ist dem Andenken an P. Alfred Delp S.J. (1907-1945) gewidmet, der von 1928-1931 Student der Philosophischen Fakultät S.J. – damals noch in Pullach – war. Sein soziales und sozialphilosophisches Engagement führte ihn in den Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Als Mitglied des Kreisauer Kreises wurde er vom Volksgerichtshof des Deutschen Reiches am 11. Januar 1945 zum Tode verurteilt und am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Den Alfred-Delp-Preis 2005 erhielt Michael Reder für seine Dissertation »Dynamik der Globalisierung und relationale Theorien – eine sozialphilosophische Reflexion des global governance-Paradigmas«. Die beiden Förderpreise 2005 wurden verliehen an Bettina Kurz für ihre Magisterarbeit über »Recht und Moral. Zu Ronald Dworkins Theorie des Rechts« sowie an Alexander Förster für seine Magisterarbeit mit dem Titel »Die Ontologie der personalen Begegnung – unter Berücksichtigung von M. Heideggers ‚Mit-Sein‘ und S.L. Franks ‚Wir-Sein‘«.


Neu: Alfred-Delp-Förderpreis

Der Beirat des Rottendorf-Projekts hat im Jahr 2006 die Leitlinien für die Vergabe des Alfred-Delp-Preis leicht aktualisiert. Die wichtigste Änderung ist, dass statt der bisher alle drei Jahre vergebenen beiden Förderpreise ab 2006 jährlich ein sog. Alfred-Delp-Förderpreis für eine hervorragende Magisterarbeit an der Hochschule für Philosophie vergeben werden kann.

Der Alfred-Delp-Förderpreis 2006 wird im Rahmen der Semesterschlussfeier des Wintersemesters 2006/07 verliehen an Steffen Weber für seine Magisterarbeit zu »Der Stellenwert der ‚Social Choice‘-Theorie für den Capability-Ansatz von Amartya K. Sen«.

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