Kampf um Ressourcen
(De-)Stabilisator der Weltordnung?
Interdisziplinäres Symposion "Kampf um Ressourcen. (De-)Stabilisator der Weltordnung?"
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Das Symposion fand am 27. und 28. Mai 2011 an der Hochschule für Philosophie in München statt. Die Tagung wurde bei BR-alpha aufgezeichnet und wird voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres ausgestrahlt. Einige Bilder der Veranstaltung sind hier zu finden. Referenten
Leitung
Hintergrund Alles Leben, jede Güterproduktion und damit auch jede gesellschaftliche Entwicklung und ist grundlegend auf natürliche Ressourcen wie Nahrung, Wasser, Land, Energieträger und andere Rohstoffe angewiesen. Die Nachfrage nach vielen dieser Ressourcen ist in den letzten Jahren weltweit kontinuierlich gestiegen. Dies ist auf den anhaltend hohen Bedarf der Industrieländer, den zunehmenden „Ressourcenhunger“ der Schwellenländer sowie die weiter wachsende Weltbevölkerung zurückzuführen. Umgekehrt ist das Angebot vieler dieser Ressourcen begrenzt. Zudem sind die Bestände weltweit sehr ungleich verteilt. Teilweise werden die Bestände immer knapper (u.a. Öl) und selbst bei erneuerbaren Ressourcen (z.B. Wasser) besteht die Gefahr, dass die Nutzungsrate die natürliche Regenerationsrate deutlich übersteigt. Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung wird der Wettlauf um knappe Ressourcen zu einem zentralen Faktor nationaler Entwicklung und der internationalen Beziehungen. Wirtschaftliche Aspekte sind dabei oft aufs engste mit politischen Fragen verknüpft. Beispiele dafür sind die Jagd auf die Ressourcen in der Arktis, immer knapper werdende Anbauflächen für Nahrung, Futtermittel und nachwachsende Energierohstoffe oder die Ausfuhr der Seltenen Erden, die für moderne Technologie (etwa für Elektromobilität) unersetzbar sind, durch die chinesische Regierung. Im Blick auf die globale Gerechtigkeit soll analysiert werden, wie eine Eskalation des Wettlaufs um Ressourcen vermieden und kooperative Lösungen für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement gefunden werden können. Wie können die Rohstoffvorkommen so genutzt werden, dass nicht Klientelismus und Korruption, sondern eine breitenwirksame wirtschaftliche Entwicklung befördert wird? Dazu ist aus ethischer Sicht etwa zu klären, wem die natürlichen Ressourcen gehören und wer welchen Anteil an den daraus erwachsenden Einnahmen erhalten soll. |
Programm
Freitag, den 27. Mai
2011
9.00 Uhr: Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher:
Einführung
9.15 Uhr: Prof. Dr. Raimund Bleischwitz:
Konkurrenz um knappe Ressourcen: Herausforderungen für Entwicklung und Wohlstand
11.15 Uhr: Peter Croll:
Konkurrenz um knappe Ressourcen: Herausforderungen für Sicherheit und Frieden
13.00 Uhr: Mittagspause
14.30 Uhr: Prof. Dr. Janos Riesz:
La Françafrique – Der französische Zugriff auf afrikanische Rohstoffe am Beispiel des Uranabbaus in Niger
15.00 Uhr: Prof. Dr. Oliver Ruppel:
Wasser und Land - Brennpunkte innerhalb der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft
16.45 Uhr: Lena Guesnet:
Erdölförderung und die Konfliktdynamik im Tschad
17.15 Uhr: Dr. Kirsten Westphal:
(Internationale) Konkurrenz um Energierohstoffe: Erdgas in Russland und Zentralasien
18.30 Uhr Ende des Tagesprogramms
Samstag, den 28. Mai
2011
9.00 Uhr: Prof. Dr. Christoph Horn:
Wem gehören die natürlichen Ressourcen der Erde? Und wem steht welcher Anteil an den Kooperationserträgen zu?
10.10 Uhr: Prof. Dr. Dirk Messner:
Voraussetzungen für eine kooperative und gerechte Lösung von Ressourcenkonflikten im globalen Maßstab
11.30 Uhr: Schluss-Podium mit Peter Croll, Prof. Horn und Prof. Messner:
Zunehmende Konkurrenz um knappe Ressourcen: Herausforderungen für Ethik und Politik
13.30 Uhr Ende der Veranstaltung
