Symposion 2009
Religion und die umstrittene Moderne - 15./16. Mai 2009
Dokumentation des Symposions "Religion und die umstrittene Moderne", 15./16. Mai 09
Zu einigen Fotos vom Symposion
Referent/innen:
Prof. Dr. Katajun Amirpur, Köln, Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ, München (HfPh), Prof. Dr. José Casanova, Washington D.C., Prof. em. Dr. Bernhard Grom SJ, München (HfPh), Prof. Dr. Hans Joas, Erfurt/Chicago, Prof. Dr. Anne Koch, München, Prof. em. Dr. Berndt Ostendorf, München, Dr. Michael Reder, München (HfPh), Prof. Dr. Josef Schmidt S.J., München (HfPh), Prof. Dr. Dr. Heinrich Wilhelm Schäfer, Bielefeld, Prof. em. Dr. Dr. h.c. Rotraud Wielandt, Bamberg
Leitung:
Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, Leiter des Rottendorf-Projekts
Hintergrund:
Religionen sind auf vielfältige, oft widersprüchliche Weise in öffentliche Diskurse und politische Prozesse zurückgekehrt. Sie spielen heute fast in allen Regionen und auch auf globaler Ebene eine wichtige Rolle. Trotz aller Säkularisierungstendenzen prä-gen sie nach wie vor das Verhalten von Menschen und ihre Kulturen. Dies hat durchaus ambivalente Folgen. Religiöse Fundamentalismen oder die politische Instrumentalisierung von Religionen in Konflikten sind bedrohliche Phänomene, die sich – auch als Reaktion auf Moderne und Globalisierung – weltweit ausbreiten. Umgekehrt leisten die Religionen als „Global Player“ mit engem Kontakt zu den Menschen „an der Basis“ aber auch einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Armut und Unrecht sowie zur Bewahrung der Schöpfung.
So ambivalent wie die Religionen ist auch die Moderne. Die klassische, westliche Moderne mit ihrer Orientierung an wissenschaftlicher Rationalität und selbstverantwortlicher Gestaltung der Welt, Demokratie und Menschenrechten, der Emanzipation des Einzelnen gegenüber traditionellen Gemeinschaften und nicht zuletzt der Säkularisierung ist fragwürdig geworden: Für die einen hat sie ihre eigenen Prinzipien (etwa der Gleichheit) bisher nur unvollständig umgesetzt. Für die anderen gilt es den „Mythos“ der Moderne zu dekonstruieren. Schließlich gibt es Vorbehalte gegen ihren universellen Anspruch. In der Suche nach dem eigenen Pfad der Moderne entstehen vielfältige Gegenbewegungen.
Vor diesem Hintergrund galt es, auf dem Symposion aus interdisziplinärer Perspektive (Religionswissenschaft und Theologie, Philosophie, Religionssoziologie, -ökonomie und -psychologie) sowie anhand zweier Fallbeispiele (Pfingstbewegung, Evangelikale Kirchen und Neue Religiöse Bewegungen in Nord- und Lateinamerika; Islam in unterschiedlichen kulturellen und politischen Ausprägungen) zu untersuchen, unter welchen Bedingungen Religion und Moderne sich jeweils gegenseitig ergänzen und korrigieren bzw. ignorieren, konfrontieren oder radikalisieren. Wesentliche Erkenntnisse der Wissenschaft über das Verhältnis von Religion und Moderne wurden zusammengetragen und Empfehlungen an Gesellschaft und Politik und an die Religionen selbst formuliert.
