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Thematik und Programm

Konzept und Programm zur Tagung: Globale Finanzkrise als ethische Herausforderung

Interdisziplinäres Symposion, Rottendorf-Projekt der Hochschule für Philosophie, München

 

am 11./12. Juni 2010


Globale Finanzkrise als ethische HerausforderungDie globale Finanz- und Wirtschaftskrise wirft auch mehr als zwei Jahre nach ihrem Ausbruch eine Reihe von grundlegenden Fragen auf, die eine eingehende Reflexion erfordern. Dies beginnt schon bei der Analyse der Ursachen. Die einen verweisen primär auf das individuelle Fehlverhalten von Anlegern, Anbietern von Finanzprodukten und Politikern, während die anderen die Krise vor allem auf die vielfältigen strukturellen Mängel des derzeitigen globalen Finanzsystems zurückführen.
Neben den Auswirkungen der weltweiten wirtschaftlichen Rezession im Gefolge der Finanzkrise werden auch schon die Probleme des Krisenmanagements offensichtlich – allen voran die langfristigen Folgen ausufernder Staatsverschuldung, welche die Handlungsspielräume der Staaten bis weit in die Zukunft einschränken könnten. Aus Sicht der Entwicklungsländer wächst die Sorge, dass die Rettungsmaßnahmen zu Lasten wichtiger Investitionen in Armutsbekämpfung, Klimaschutz und andere zentrale Aufgaben nachhaltiger globaler Politik gehen.
Das (wirtschaftsliberale) Konzept einer fortschreitenden Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte ist durch die Krise unübersehbar ins Wanken geraten. Deshalb ist das Verhältnis von wirtschaftlichem Wettbewerb und staatlicher Ordnungspolitik neu zu justieren. Unmittelbar nach der Krise war der politische Wille erkennbar, in globaler Abstimmung eine strukturelle Neuordnung der Finanzmärkte einzuleiten. Inzwischen drohen die politischen Bemühungen jedoch zu erlahmen, und manche Vertreter der Finanzinstitute deuten die Normalisierung der Lage als eine Legitimation, zum „Business as usual“ zurückzukehren.

Vor diesem Hintergrund möchte das diesjährige Symposion des Rottendorf-Projekts Ursachen, Krisenmanagement und Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise aus interdisziplinärer Perspektive reflektieren, um mögliche Lehren aus der Krise sowie Handlungsoptionen für eine stabile wie entwicklungsverträgliche und damit ethisch vertretbare globale Finanzordnung zu erörtern. Dies ist nicht zuletzt Grundlage für eine gerechtere Ordnung der Weltwirtschaft.

 

Programm:

Freitag, den 11. Juni 2010

 

9.00 Uhr: Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher:

Einführung


9.15 Uhr: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Hellwig:

Marktversagen oder Staatsversagen? Zu den Ursachen der Finanzkrise


9.45 Uhr: Prof. Dr. Lukas Menkhoff:

Verantwortung, Haftung und Regulierung in der Finanzkrise


11.45 Uhr: Prof. Dr. Susanne Lütz:

Globales Krisenmanagement zwischen Konflikt und Kooperation

12.50 Uhr: Mittagspause

14.30 Uhr: Prof. Dr. Gerhard Illing:

Erfolg und Grenzen aktiver makroökonomischer Politik in Europa


15.00 Uhr: Prof. Dr. Renate Schubert/ Catharina Bening:

Staatliche Konjunkturprogramme und die globalen sozialen und ökologischen Herausforderungen


17.00 Uhr: Prof. Dr. Eva Terberger:

Konsequenzen aus der Finanzkrise für eine nachhaltige Entwicklungsfinanzierung


18.30 Uhr Ende des Tagesprogramms

Samstag, den 12. Juni 2010

 

9.00 Uhr: Prof. Dr. Walter Reese-Schäfer:

Sozialphilosophische Erörterungen zum Verhältnis von wirtschaftlichem Wettbewerb und staatlicher Ordnung


9.45 Uhr: Prof. Dr. Bernhard Emunds:

Die Finanzwirtschaft – kein Selbstbedienungsladen! Über die Rückbindung einer Branche an das Gemeinwohl


12.00 Uhr: Schluss-Podium mit dem Bayerischen Staatsminister Georg Fahrenschon
 und den Referentinnen und Referenten der Tagung: 

Lösungsansätze für eine nachhaltige globale Finanzordnung

 

13.30 Uhr Ende der Veranstaltung

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