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Jesuitenhochschule

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Warum unterhalten Jesuiten eine Hochschule?

 

Die Hochschule für Philosophie wird vom Jesuitenorden getragen. Die Jesuiten bieten mit ihr ein Forum für die Auseinandersetzung mit zentralen Fragestellungen der Gegenwart. Im Jesuitenorden nahm das philosophische Denken schon immer einen privilegierten Platz ein: Im Ringen um die großen Fragen nach dem Guten, dem gelungenen Leben, der Natur des Menschen und dem Absoluten kann erst ein geistiges Umfeld geschaffen werden, in dem auch Fragen, die die Religionen stellen, erörtert werden können, ohne dadurch in einen Fundamentalismus oder Irrationalismus zu fallen. Das Philosophieren an der Hochschule für Philosophie ist geprägt von den großen, bleibenden Fragen der abendländischen Tradition. Es läuft nicht modischen Trends hinterher und verliert sich nicht in verengter Spezialisierung. So wird z.B. untersucht, inwieweit das vorherrschende naturwissenschaftliche Weltbild eine erschöpfende Auskunft über den Menschen und die ihn umgebende Welt vermitteln kann; oder inwieweit dieses Bild eindimensional ist und der Vertiefung und Korrektur bedarf. Eine andere Leitfrage ist die nach der Begründung von Normen und Werten. Wie kann in einer von technischer Machbarkeit und kommerzieller Verwertbarkeit geprägten Welt Humanität, Menschenwürde und Gerechtigkeit gefördert werden? Einen eigenständigen Beitrag zu diesen Debatten zu leisten steht in der Tradition des Jesuitenordens. Wir sehen diese Auseinandersetzung auch als einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag der Kirchen.

 

Etwas technischer ausgedrückt: Ziel und Aufgabe der Hochschule für Philosophie ist es, im Sinne der Constitutio Apostolica "Sapientia Christiana" Art. 79 und 80 in Forschung und Lehre

  • Philosophie und die Kenntnis ihrer Geschichte zu fördern
  • methodisch auf die Grundfragen des gläubigen Daseins zu reflektieren und die Beziehung zwischen Philosophie und Theologie zu durchdringen
  • die für die Philosophie relevanten Beiträge der übrigen Wissenschaften zu analysieren und aufzuarbeiten
  • die Ergebnisse dieser theoretisch orientierenden Bemühungen für das Leben und Zusammenleben der Menschen praktisch anwendbar zu machen
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