Ludwigshafener Gespräche 2007
Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im weltweiten Maßstab 8./9. November 2007 im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen
Thema
Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit gilt bei uns in Deutschland als eines der drängendsten aktuellen und zukünftigen Probleme. Vernachlässigt wird dabei freilich, dass die Arbeitslosigkeit heute nicht nur eine nationale, sondern angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Verflechtungen vor allem eine globale Herausforderung darstellt. Nach Angaben der ILO, der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf, sind derzeit weltweit etwa 140 Mio. Menschen offiziell ohne Beschäftigung und rund ein Drittel der Welterwerbsbevölkerung, das sind gut eine Milliarde Menschen, gelten in unterschiedlicher Form als unterbeschäftigt. Hinzu kommt noch das Problem der oft verheerenden Arbeitsbedingungen in vielen Ländern des Südens und des Ostens, die sich in diesen erschreckenden Zahlen noch gar nicht widerspiegeln.
Trotzdem blendet die aktuelle Diskussion um die Reform des Arbeitsmarkts und der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland die globale Dimension weitgehend aus, so als ob es allein um die Sicherung des “Wirtschaftsstandorts Deutschland” gehe. Dies zeigt sich z.B. am weit verbreiteten Phänomen der Verlagerung von Produktion und damit verbundener Arbeit („Offshoring“) in Transformationsländer nach Osteuropa oder auch in weiter entfernte Entwicklungs- und Schwellenländer, die für diese und auch die Armen dort positive Effekte haben. Dabei wird meist der Verlust an Arbeit bei uns beklagt, was für die Betroffenen durchaus nachvollziehbar ist und einen politischen Handlungsbedarf anzeigt. Angesichts der vielfältigen globalen Verflechtungen und Abhängigkeiten ist eine rein nationale oder auch westeuropäische Sichtweise freilich kaum mehr angemessen, da sie auch zu gefährlichen politischen Fehlschlüssen verleiten kann.
Weitere Informationen zum Programm und den Referenten finden Sie auf den Seiten der Ludwigshafener Gespräche!
