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Rückblick 2007

Rückblick auf das Jahr 2007

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Anfang des Jahres wurde Andreas Gösele SJ an der Volkswirtschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München in Volkswirtschaftslehre promoviert. Bei der Jahrestagung von EUROJESS wurde er zum Präsidenten dieser Europäischen Vereinigung von Jesuiten in Sozialwissenschaften gewählt. Vom Oktober 2007 bis Juni 2008 verbringt er das Terziat, eine letzte Ausbildungsphase des Jesuitenordens, in Mexiko.

Michael Reder wurde zum Dozenten für Sozial- und Religionsphilosophie der Hochschule für Philosophie ernannt.

Mattias Kiefer hat das Institut verlassen und ist seit 1. Oktober 2007 Umweltbeauftragter der Erzdiözese München und Freising. An seiner Stelle wurde Karoline Dietrich Assistentin des Forschungs- und Studienprojekts der Rottendorf-Stiftung und freie Mitarbeiterin des Instituts. Zuvor war sie Referentin im Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Referat Maghreb und Mittelmeerpolitik.

Als weiterer freier Mitarbeiter stieß Martin Kowarsch zum Institut. Er wird als Pro­motionsstipendiat der Franz-Furger-Stiftung im Projekt „Klimawandel und Gerechtigkeit“ mitarbeiten.

Klimaprojekt

Der Klimawandel mit seinen Folgen beherrscht seit einigen Monaten die öffentliche Aufmerksamkeit. Gerade aus einer sozialethischen Perspektive erscheint es dabei wichtig, nicht nur auf die Folgen für die Industrieländer zu achten, sondern den Auswirkungen auf die Entwicklungsländer und insbesondere die Armen vorrangige Aufmerksamkeit zu schenken. Dies ist der Ausgangspunkt des Projekts „Klimawandel und Gerechtigkeit: Klimapolitik als Baustein einer gerechten und nach­haltigen Globalisierung“, welches das Institut seit Sommer 2007 für drei Jahre gemeinsam mit dem Potsdam_Institut für Klimafolgenforschung (PIK) wissenschaftlich bearbeitet. Auftraggeber sind das Bischöfliche Hilfswerk Misereor und die Münchener Rück Stiftung „Vom Wissen zum Handeln“. Die Kooperation dieser vier Akteure ist ein Ausdruck dafür, dass neue gesellschaft­liche Allianzen möglich sind, die – ungeachtet ihres unterschied­lichen Hintergrunds – die Per­spektive der Armen im Blick haben. Seitens des Instituts arbeiten A. Gösele, M. Kowarsch, J. Müller, M. Reder und J. Wallacher an diesem Projekt mit.

Ziel des Projektes ist es v.a., die Auswirkungen des Klimawandels auf ärmste Länder, Regionen und Menschen zu untersuchen und nach sinnvollen politischen Handlungsoptionen zu fragen. Das Nachdenken über globale Gerechtigkeit in diesem Zusammenhang ist ein spezifischer Beitrag, den eine jesuitische Institution leisten kann. Das Projekt will gleichzeitig aber auch einen breit angelegten Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, kirchlichen Akteuren und Zivil­gesellschaft anstoßen, und zwar sowohl im Norden wie im Süden. Eine nachhaltige Verknüpfung von Klima- und Armutspolitik wird nämlich nur dann gelingen, wenn man die Menschen vor Ort an der Diskussion um den Klimawandel und seine Folgen beteiligt. Einen ersten Einblick in die Projektthematik bietet das Dossier „Klimawandel und Gerechtigkeit“ in: eins Entwicklungspolitik, 17-18-2007.

Das Projekt wurde offiziell am 18. September 2007 in Potsdam mit einer gemeinsamen Pressekonferenz aller beteiligten Akteure gestartet. Im Rahmen der Hochschule für Philosophie wurde die Auf­gabenstellung des Projekts bei einer Kooperationsveranstaltung des Instituts mit der Fair-Trade-Initiative am 25. Oktober vorgestellt. Auch der Hauptvortrag der akademischen Feier am 16. November behandelte das Thema „Klimawandel und weltweite Armut“. Für das kommende Jahr sind bereits mehrere Veranstaltungen zur Thematik des Projekts geplant, u.a. das Symposium des Rottendorf-Projekts am 6.-7. Juni 2008 in der Aula der Hochschule für Philosophie. Informationen zum Projekt findet man unter: www.klima-und-gerechtigkeit.de.

Dienste für Weltkirche

Wie schon in den vergangenen Jahren hat das Institut auch 2007 auf vielfältige Weise die Anliegen der Weltkirche unterstützt. So war J. Müller Berater der Kommission X der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzender ihrer Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben. Gemeinsam mit J. Wallacher war er Mitglied der Sachverständigen­gruppe “Weltwirt­schaft und Sozialethik”, die der obigen Arbeitsgruppe zugeordnet ist. Er gehörte darüber hinaus dem Beirat des Bischöflichen Hilfswerks Misereor an. Im Rahmen der Deutschen Kommission Justitia et Pax war J. Wallacher Vorsitzender des Sachbereichs Entwicklung, J. Müller war Mitglied des Sachbereichs “Religionen und Religionsfreiheit”. A. Gösele arbeitete im Sachaus­schuss “Mission, Entwicklung und Frieden” des Landeskomitees der Katholiken in Bayern sowie im Sachausschuss “Gerechtigkeit, Frieden, Entwicklung” des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising mit.

Hochschule für Philosophie

Auch im Jahr 2007 fand unter Leitung von J. Müller und J. Wallacher in regelmäßigen Abständen ein “Sozialethisches Kolloquium” statt, in dem ausgewählte sozialwissenschaftliche und sozial­ethische Themen unter besonderer Berücksichtigung inter­nationaler Fragestellungen diskutiert wurden. Am 10. Juli referierte Prof. Stefan Krotz (Universität Mérida/Mexiko) über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen in Lateinamerika.

Das Lehrangebot der Institutsmitglieder (S. 14-15) war wesentlicher Baustein des Zusatz­studiums „Ethik der Globalisierung. Grundlagen der Sozialwissenschaften“.

Mehrere Mitglieder des Instituts trugen als Verantwortliche zur erfolgreichen Tätigkeit des Forschungs- und Studienprojekts „Globale Solidarität – Schritte zu einer neuen Weltkultur“ der Rottendorf-Stiftung an der Hochschule für Philosophie bei: J. Wallacher als Leiter, J. Müller als Mitglied des Beirats und insbesondere M. Kiefer und - seit 1. Oktober - K. Dietrich als Assistent(in).

Zusammenarbeit mit dem Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen

Abgeschlossen und ins Netz gestellt wurde im Jahr 2007 das E-Learning-Projekt „Aktuelle Herausforderungen der Katho­lischen Soziallehre“, das in Kooperation mit dem Heinrich Pesch Haus erstellt wurde und zu dem mehrere Fachleute von verschiedenen Fakultäten Beiträge lieferten. Vom Institut arbeiteten M. Reder (Koordination), N. Brieskorn, M. Hainz, J. Müller und J. Wallacher an diesem Projekt mit. Nähere Informationen über diese E-Learning Plattform sind hier erhältlich sowie bei Frau Katrin Zimmermann (zimmermann@hph.kirche.org), der zuständigen Bildungsreferentin im Heinrich Pesch Haus.

Wie in den vergangen Jahren war das Institut an der Vorbereitung und Leitung der „Ludwigs­hafener Gespräche“ beteiligt, die vom 8.-9. November zum Thema „Beschäftigung und Arbeits­losigkeit im globalen Maßstab“ stattfanden Hauptredner waren, neben anerkannten Wissen­schaftlerInnen, Ministerpräsident a.D. Dr. h.c. Erwin Teufel und Ingrid Sehrbrock (DGB).

Schwerpunkt Afrika

Die Vorträge und Diskussionen der im September 2006 gemeinsam mit dem Scribani-Netzwerk veranstalteteten Afrika-Konferenz sind mittlerweile unter dem Titel „Africa and Europe.  Co-operation in a Globa­lized World. Conference of Scribani - European Jesuit Network“, herausgegeben von J. Müller und M. Reder, beim LIT-Verlag, Münster u.a. 2007, erschienen. Außerdem gibt es einen 40-seitigen Essay, den William Chislett unter dem Titel „Changing Africa. A socio_political analysis“ aus einigen Hauptvorträgen der Konferenz zusammengestellt hat. Sie können den Essay kostenlos als PDF hier herunterzuladen.

Um im Anschluss an die Afrika-Konferenz weitere Kooperationsmöglichkeiten des Instituts mit afrikanischen Jesuiteneinrichtungen im sozialen Feld auszuloten, nahm S. Eibl am Weltsozial­forum in Nairobi (20.-25. Januar 2007) und dem ihm vorgeschalteten Treffen der Ignatianischen Familie (17.-19. Januar 2007) teil. Für weitere Planungen wird A. Gösele voraussichtlich im Frühsommer 2008 einige SJ-Sozialinstitute in Afrika besuchen.

Sonstige Kooperationen

Vom 19.-20. Januar fand das vom Nell-Breuning-Institut und dem Institut für Gesell­schaftspolitik gemeinsam getragene „München-Frankfurt-Treffen“ wieder in München statt, bei dem u.a. über alte und neue Formen des Kapitalismus und über religiöse Entwicklungen in Deutschland diskutiert wurde.

Vom 12. Februar 2007 - 9. März 2007 hielten fünf Mitglieder des Instituts (A. Gösele, M. Kiefer, J. Müller, M. Reder, J. Wallacher) für Jesuiten-Studenten an der Hochschule ein Seminar über soziale Analyse.

Mitglieder des Instituts (A. Gösele, M. Hainz, M. Reder) waren mit an der Vorbereitung und Durchführung zweier europäischer Jesuitentreffen in Pieštany/Slowakei beteiligt: an der „Sozialen Woche“, einem Delegiertentreffen aus verschiedenen Arbeitsfeldern des europäischen Sozialapostolates SJ zum Thema „Spiritualität im Sozialapostolat“ (24.-28. August 2007), und am Kongress von EUROJESS, der Vereinigung von Jesuiten und ihren Mitarbeitern in Sozialwissenschaften zum Thema  Arbeitslosigkeit in Europa (28. August-1.September 2007).

J. Müller und M. Reder nahmen am 11.-12. Oktober 2007 an einer Klimatagung und am Vernetzungstreffen des europäischen Scribani-Netzwerks teil.

Das Institut (verantwortlich: J. Wallacher) hat am 9. Oktober 2007 in den Räumen der Hochschule für Philosophie zusammen mit dem Eine Welt Netzwerk Bayern e.V., dem Zusammenschluss der bayerischen entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen, den zweiten „Runden Tisch Bayern. Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen“ durchgeführt. Zahlreiche Vertreter von Unternehmen, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Ministerien, Wissenschaft, Nicht­regierungsorganisationen und kirchlichen Initiativen diskutierten u.a. mit Claudia Roth (Die Grünen) und Hermann Unterländer (CSU). Im Rahmen einer Infobörse wurden erfolgreiche Projekte zur Durchsetzung sozialer und ökologischer Standards vorgestellt. Die Ergebnisse sollen wie diejenigen des Vorjahrestreffens publiziert werden. Die gesamte Dokumentation können sie hier downloaden.

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