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Nachhaltiges Wassermanagement weltweit

Das Forschungsprojekt »Nachhaltiges Wassermanagement in einer globalisierten Welt«


- E N G L I S H : Brief description of the research project “sustainable water management in a globalized world”

 
BMBFlogo2010-2013 wird das BMBF-Forschungsprojekt »Nachhaltiges Wassermanagement in einer globalisierten Welt« vom IGP in Zusammenarbeit mit dem PIK Potsdam, das die Projektleitung innehat, und der Humboldt-Universität Berlin durchgeführt. Kernanliegen des interdisziplinären Projekts ist die integrierte (modellbasierte) Betrachtung von lokal-regionalen Wasserknappheitsproblemen, die z.T. durch Klimawandelfolgen noch verschärft werden, und globalen Einflussfaktoren wie z.B. Handelsströmen. Das IGP hat dabei den Teilauftrag, verschiedene Wasser-Politik-Szenarien ethisch zu bewerten und die Modellierung solcher Szenarien ethisch wie wissenschaftstheoretisch zu begleiten.

 

Einen knappen Überblick über das Projekt finden Sie hier (S. 10).


Wasser - Wasserkrise

 

Bild von Fluss

Wasser ist für den Menschen in mehrerlei Hinsicht ein überlebensnotwendiges Gut; es ist wichtiges Lebensmittel, Voraussetzung für den Erhalt der Gesundheit und ein zentraler Produktionsfaktor in Landwirtschaft und Industrie. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer, die zum Teil stark von der Landwirtschaft abhängen und häufig in trockenen Regionen liegen, sind bereits heute von Wasserknappheit und damit verbundenen Problemen etwa der Ernährungssicherung betroffen. Diese Länder werden in Zukunft zudem dem Klimawandel in Form von veränderten, oft verringerten Niederschlägen ausgesetzt sein – parallel zu weiterem Bevölkerungsanstieg, steigender wirtschaftlicher Entwicklung, veränderten Lebensstilen und daraus resultierendem höheren Wasserbedarf. Selbst wenn sich die Wasserknappheit nur in einigen Regionen verschärfen sollte, hätte dies doch weltweite Auswirkungen, da die Länder durch Handel in Beziehung stehen: In einer globalisierten Welt werden regionale Wasserknappheiten zu einem überregionalen Problem. Die nachhaltige Nutzung der weltweiten Süßwasserressourcen ist somit vielleicht eine der größten wirtschaftlichen, technischen und ethischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Vielfach ist die Wurzel der Wasserknappheit jedoch nicht der physische Mangel an Wasservorkommen, sondern es sind ungenügende institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wassermanagement sowie vor allem inadäquate ökonomische Anreize zu dessen effizienter Nutzung. Die Wasserkrise ist im Wesentlichen eine Managementkrise. Dies erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der ökonomische, rechtliche und ethische Aspekte der Problematik möglichst integriert behandelt.

 

Projektziele und -organisation

Leitung des IGP-Teils: Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher

Durchführung: Martin Kowarsch M. A. und Julia Ismar MSc (auch: Case Study im Südsudan 2012)

Praktikum (Juli-August 2010): Katharina Schröer (Geographie, Universität Innsbruck)

Gastwissenschaftlerin am IGP zu wasserethischen Fragen (Juli 2011): Doreen Burdack (Humboldt Universität Berlin)

 

Das Projekt liefert erstmalig eine global-regionale Abschätzung von Wasserknappheit unter Berücksichtigung blauen, grünen und virtuellen Wassers. Es leistet eine umfassende Potentialabschätzung sowie eine aus ökonomischer und ethischer Sicht integrierte Bewertung von regionalen Handlungsoptionen zum Wassermanagement in einem expliziten globalen Kontext. Daraus abzuleitende politische Handlungsempfehlungen sollen in den regionalen und globalen Diskurs zur Bewältigung einer drohenden Wasserkrise eingespeist werden.

Laufzeit des Projekts ist 01.05.2010 bis 30.04.2013. Auftraggeber für das Vorhaben ist das Bundesforschungsministerium (BMBF) im Rahmen der Ausschreibung zu »Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit« (Forschung für Nachhaltigkeit). Das IGP wird das Projekt gemeinsam mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), welches die Projektleitung innehat, und der Humboldt-Universität Berlin durchführen.

Für weitere Informationen oder Fragen wenden Sie sich bitte an Martin Kowarsch: martin.kowarsch@hfph.mwn.de

 

Projektaufträge

Die sechs Arbeitspakete des Projekts im Überblick:

Graphik (png) mit den 6 Schritten des Projekts

 

Der Unterauftrag für das IGP besteht aus drei Milestones:

  1. Erstellung eines Synthesepapiers zu Grundsätzen einer Wasserethik, welches die aktuelle Wasserethik-Debatte aufnimmt und einen eigenen Ansatz aufzeigt. Für diesen Milestone 1 werden mehrere Working Papers verfasst (siehe unter Publikationen), im Juli und August 2010 auch unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Katharina Schröer (Universität Innsbruck, Fakultät für Geographie) im Rahmen ihres Praktikums am IGP. Die Ökonomin Doreen Burdack von der HU Berlin war im Juli 2011 Gastwissenschaftlerin am IGP, um mit IGP-Mitgliedern ethische Fragen des Wassermanagements zu diskutieren.
  2. Beiträge zur Problemanalyse und Szenarienentwicklung von PIK / HU (ethische und wissenschaftstheoretische Aspekte der Modellierung).
  3. Ethische Bewertung verschiedener regionalspezifischer Optionen zum nachhaltigen Wassermanagement (unter Einbeziehung des virtuellen Wasserhandels) auf der Basis des Synthesepapiers zur Wasserethik sowie auf der Basis der in den anderen Teilschritten des Projekts aufgezeigten Modellszenarien und Problemanalysen. Ethische Auswertung der Case Study in Südsudan.

 

Publikationen von IGP-Mitgliedern zur Wasserthematik

  • Reis, N.: Tracing and making the state. Policy practices and domestic water supply in the Mekong Delta, Vietnam. LIT Verlag, Berlin (forthcoming).
  • Reis, N. (with G. Waibel et al.): Water governance in Transition? IWRM concepts and practices in Vietnam. In: Renaud, F. and C. Künzer (eds.): The Mekong Delta System. Interdisciplinary Analysis of a River Delta. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg (forthcoming).
  • Kowarsch, M.: General water ethics, Teil drei von drei der IGP-Working Paper Serie zu Wasserethik (Sep. 2011). Draft-Version, wird noch überarbeitet.
  • Kowarsch, M.: Water ethics literature review, Teil zwei von drei der IGP-Working Paper Serie zu Wasserethik (Sep. 2011). Draft-Version, wird noch überarbeitet.
  • Kowarsch, M.: Working Paper on Water ethics, Teil eins von drei: "What should water ethics be about? The problem with identifying problems" (Sep. 2011). Draft-Version, wird noch überarbeitet.
  • Kowarsch, M. (Hg.): Workshop Proceedings of the workshop on water management options in a globalised world (Sep. 2011).
  • Ismar, J.: Chapter 12. How does water flow into politics? Scrutinizing the water/conflict nexus in South Sudan, in: Kowarsch, M. (Hg.): Workshop Proceedings of the workshop on water management options in a globalised world (Sep. 2011).
  • Kowarsch, M.: Chapter 4. Ethical targets and questions of water management, in: Kowarsch, M. (Hg.): Workshop Proceedings of the workshop on water management options in a globalised world (Sep. 2011).
  • Kowarsch, M.: Rezension zu “Corporate Water Strategies“ (W. Sarni), in: Ökologisches Wirtschaften 3 (2011), pp. 53-54.
  • Edenhofer, O./Wallacher, J./Reder, M./Lotze-Campen, H. (Hg.): Global aber gerecht. Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen, München: Beck 2010. Die Kapitel 2.3 und 5.1 behandeln das Thema Wassermanagement.
  • Reis, N. (2009) (with P. P. Mollinga): Microcredit for Rural Water Supply and Sanitation in the Mekong Delta. Policy implementation between the needs for clean water and 'beautiful latrines'. ZEF Working Paper No. 49. Bonn. http://www.zef.de/module/register/media/a0a4_WP49_Reis-Mollinga.pdf
  • Reis, N. (2007) (with G. Synnevåg Sydness): Feasibility of Payments for Watershed Services. A methodological review and survey of experiences in India and Asia. Norwegian Institute for Water Research, Report No. 5393-2007. Oslo.http://www.zef.de/module/register/media/a60a_Feasibility%20of%20PWS%20Part%20I.pdf
  • Wallacher, J.: Bedrohte Lebensgrundlage Wasser, in: P. J. Opitz (Hrsg.), Weltprobleme im 21. Jahrhundert, München 2001, 87-102.
  • Wallacher, J.: Lebensgrundlage Wasser. Dauerhaft-umweltgerechte Wassernutzung als globale Herausforderung, Stuttgart: Kohlhammer 1999.
  • Wallacher, J.: Gefährdete Lebensgrundlage Wasser, in: Stimmen der Zeit 214 (1996), Nr. 4, 219-234.
  • Wallacher, J. und Fleischer, K.-H.: Wasser – Ein Menschenrecht, in: Flug- und Reisemedizin, Nr. 3/1996, 10-13.

 

Veranstaltungen

20. Mai 2010 München (SIEMENS): »Wasser - Energie - Risiko«. Gefahren und Chancen bei der Bewältigung des klimatischen Wandels. Vortragsveranstaltung des Ausschusses für Umweltpolitik vom Wirtschaftsbeirat Bayern gemeinsam mit der Technischen Universität München und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.

10. Juni 2010 München (HfPh): »Über Wasser«, Filmvorführung an der Hochschule für Philosophie München.

08-09. Juli 2010 Potsdam (PIK): Sustainable water management: linking regional and global options. Internationaler Experten-Workshop.

23. Sep. 2010 in München: Kino-Filmpremiere des Dokumentarfilms »Water makes money«.

02.-03. Nov. 2010 Berlin: Interner Workshop der Projekte des BMBF-Rahmenprogramms »Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit II«. Offizieller Kick-Off unseres BMBF-Wasser-Projekts.

20.-23. Juni 2011 Bad Schönbrunn, Schweiz: Wissenschaftlicher Workshop zu "Water management options in a globalised world. Promoting a dialogue between economics, ethics and other disciplines"; inhaltliche Konzeption durch IGP (M. Kowarsch). Weitere Berichte über diesen Workshop finden sich hier , da und hier.

13. September 2011, Zug (Schweiz), »Forum Kirche und Wirtschaft« (unter diesem Link finden sich auch Fotos und Zeitungsberichte von dieser Veranstaltung): Co-Vortrag von Martin Kowarsch und Podiumsdiskussion mit Nestlé Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Lethmate über Wasser und Menschenrechte.

12. Oktober 2011 (Hochschule für Philosophie): Vortrag von M. Kowarsch zu »Wasserknappheit und Wassermanagement« für das SJ Formation Center.

 

Kooperationspartner

Neben intensiven Kontakten zu PIK- und HU-Mitarbeiter/-innen im Rahmen des Projekts bestehen überdies Kontakte zum ZEF in Bonn, zur Universität Leipzig (Prof. Gawels ökonomische Arbeitsgruppe), zur SOAS (London), zu MISEREOR und einigen weiteren Institutionen.

Das IGP (in Person von Martin Kowarsch) ist zudem Teil eines internationalen wiss. Netzwerks zu Wasserethik.

Externe Kooperationspartner des Projekts via PIK Potsdam sind:

Afrika:
Johan Rockström, Louise Karlberg und Line Gordon, Stockholm Environment Institute (SEI) und Stockholm Resilience Center; Mario Herrero, International Livestock Research Institute (ILRI), Nairobi
Australien:
Rob Freeman, Murray-Darling Basin Authority (MDBA)
China:
Junguo Liu (Universität Beijing) und Hong Yang (EAWAG Dübendorf, Schweiz)
Internationale Organisationen:
David Molden, International Water Management Institute (IWMI), Colombo; Gerald Nelson und Claudia Ringler, International Food Policy Research Institute (IFPRI); verschiedene Repräsentanten des Global Water System Project (GWSP).
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