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"Wir sind Sternenstaub" – Marginalien zur chemischen Evolution, 23.1.08

Prof. Dr. Wolfgang Weigand, Universität Jena, spricht im Rahmen "Wissenschaft für jedermann: Wintervorträge im Deutschen Museum in Zusammenarbeit mit dem ING"

Termin: Mittwoch, 23. Januar 2008, 19:00 im Deutschen Museum

Die Frage, wie Leben vor etwa 3,8 Milliarden Jahren auf der Erde entstanden ist, kann nach dem heutigen Stand der Forschung noch nicht beantwortet werden. Im vergangenen Jahrhundert wurden dazu verschiedene Hypothesen entwickelt, die teilweise heftig und kontrovers diskutiert wurden. In den letzten Jahren gewannen Theorien an Bedeutung, die eine Beteiligung von Mineralen beim präbiotisch chemoautotrophen Aufbau von ersten Biomolekülen vermuten lassen. Es wird dabei angenommen, dass in primordialer Zeit Minerale einfache organische Reaktionen aktiviert oder katalysiert haben. Die neu entstandenen Verbindungen könnten sich dann auf der Oberfläche dieser Minerale angeordnet und für weitere Reaktionen zur Verfügung gestanden haben. Ein möglicher evolutionärer „Oberflächenstoffwechsel“ konnte sich auf diese Weise ausbilden. Chemische Evolution bedeutet also, dass sich immer mehr komplexe, biochemisch wichtige Verbindungen aus einfachen anorganischen Molekülen wie Wasser, Stickstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff unter Bedingungen, die zu der damaligen Zeit auf der Erde geherrscht haben könnten, gebildet haben. Die vielschichtigen Prozesse jedoch, die zu lebenden Systemen, wie wir sie kennen, geführt haben, sind für die Wissenschaft bisher noch ein großes Rätsel.

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