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Abschiedsvorlesung Haeffner 9.7.

„Herausragender Vermittler philosophischen Denkens“. Professor Gerd Haeffner SJ wird emeritiert - Öffentliche Abschiedsvorlesung am 9. Juli in der Hochschule für Philosophie

 

München, 2. Juli 2009 (HfPh) Gerd Haeffner SJ, seit 1978 Professor für Philosophische Anthropologie, Geschichtsphilosophie und Geschichte der Philosophie an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München, wird emeritiert. Haeffner, der von 1982 bis 1988 Rektor der Hochschule war, wird am Donnerstag, 9. Juli, in der Aula der Hochschule (Kaulbachstraße 31a, 19.30 Uhr) eine öffentliche Abschiedsvorlesung halten. Das Thema der Vorlesung „Übersetzen - Mitteilen – Übersetzen“  wird die sprachliche Mitteilung und ihre Wechselwirkung im persönlichen Gespräch, in der Vorlesung und in der Predigt behandeln. In diesen drei Bereichen hat der Philosoph und Theologe Haeffner ein Leben lang gewirkt. Kardinal Karl Lehmann nennt Haeffner einen herausragenden Vermittler philosophischen Denkens“.

Der Wissenschaftler, der im Laufe seiner seit 1974 ausgeübten Lehrtätigkeit auch Gastprofessuren auf vier Kontinenten, so in Kanada, Zaire, Frankreich, Österreich und Japan angenommen hatte, widmet sich in der Forschung vor allem Fragen der Philosophischen Anthropologie, der Religionsphilosophie und Phänomenologie. Im Zentrum seines Interesses steht dabei das Werk von Martin Heidegger (1889-1976), der als einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts gilt.

Der am 6.Juli 1941 in Nürnberg geborene Haeffner trat 1961, unmittelbar nach seinem Abitur, in die Gesellschaft Jesu ein und studierte am Berchmanskolleg der Jesuiten in Pullach bei München Philosophie. An der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde er 1971 mit einer von dem Philosophen Max Müller (1906-1994) betreuten Arbeit über „Heideggers Begriff der Metaphysik“ promoviert. Theologie studierte Haeffner von1970 bis 1973 in Lyon-Fourvière an der seinerzeit bedeutendsten theologischen Hochschule der Jesuiten und 1974 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.

Die Beschäftigung mit Heidegger hat das zahlreiche Veröffentlichungen umfassende philosophische Forschen und Lehren Haeffners geprägt, „mit einer Mischung aus Faszination und Distanz“, wie anlässlich der Emeritierung der Rektor der Hochschule, Professor Michael Bordt SJ feststellt. Heidegger selbst zeigte sich von der seiner Philosophie gewidmete Dissertation Haeffners sehr beeindruckt. „Mit der Wahl des Themas Ihrer Arbeit und der Art der Durchführung kommen Sie meinem Versuch, die Seinsfrage zu erörtern am nächsten“, würdigte er die Arbeit Haeffners, die er als „fruchtbare Einführung in mein Denken“ bezeichnete.

Haeffner, der stets die Bedeutung des Dialogs zwischen der Philosophischen Anthropologie und anderen philosophischen Disziplinen betont, ist auch von kirchlicher Seite für seine Forschungsarbeit gewürdigt worden. Kardinal Karl Lehmann schrieb, Haeffner habe immer „großen Mut“ gehabt, grundlegende Fragen tiefgründig und differenziert anzugehen, so „die Frage nach dem Glück und der Arbeit, nach der Zeit, nach Leib, Liebe, Staunen und Erkennen“. Sorgfältig sei er den Phänomen Schuld und Schuldbewältigung nachgegangen, und er habe sich um eine differenzierte Sicht des Erfahrungsbegriffs bemüht. (wr)

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