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Kirche beim „Petersburger Dialog“

Deutsch- russische Impulse für „Wege aus der Krise“. Präsenz der Bundeskanzlerin und des russischen Präsidenten

 

München, 13. Juli (HfPh) Bei dem für die deutsch-russischen Kontakte und Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Kultur bedeutenden „Petersburger Dialog“, dessen neuntes Treffen vom 14. bis 16. Juli in der bayerischen Landeshauptstadt München stattfinden wird, ist auch eine Arbeitsgruppe „Kirchen in Europa“ vorgesehen. Das seit 2001 jährlich veranstaltete deutsch-russische Gesprächsforum, das unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Dmitrij Medwedjew zusammentritt, soll in München über „Wege aus der Krise aus der Sicht der Zivilgesellschaften Deutschlands und Russlands“ diskutiert werden.

Im Vordergrund der Diskussionen im Plenum wie in acht Arbeitsgruppen steht nach Angaben der Veranstalter die Frage, „welche Impulse zur Bewältigung der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise vom gesellschaftlichen Dialog beider Länder ausgehen können“. Teilnehmer der Konferenz sind je etwa 100 deutsche und russische Vertreter des öffentlichen Lebens und Experten, die als Multiplikatoren in allen gesellschaftlichen Bereichen wirken. Organisiert wird der Dialog gemeinsam von in Berlin und St. Petersburg eingerichteten Sekretariaten. Zu dem Münchener Treffen haben sich die Bundeskanzlerin und der russische Präsident angesagt. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer wird das Gesprächsforum mit einem Grußwort eröffnen. Zum offiziellen Programm des deutsch-russischen Dialogs gehört auch ein Vespergottesdienst, der am Mittwoch, 15. Juli, um 17.45 Uhr in der Münchner Jesuitenkirche St. Michael gefeiert wird.

Die Arbeitsgruppe „Kirchen in Europa“, wird sich mit dem „Beitrag der Kirchen zur Frage nach einer gerechten, nachhaltigen und menschenwürdigen Wirtschaftsordnung“ auseinandersetzen. Über eine „Weltwirtschaft im Dienst der Armen“ und „ethische Maßstäbe für eine entwicklungsgerechte Welthandelsordnung“ referiert der Vorsitzende der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialordnung“ der Deutschen Bischofskonferenz und Professor für Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München, Johannes Wallacher. Der russisch-orthodoxe Igumen (Abt) Fillipp (Simonov) aus Moskau stellt sich der Frage „Was kann und soll die Kirche in der Krisensituation des modernen Wirtschaftsmodells unternehmen?“ Der Wirtschaftswissenschaftler ist Leiter der Inspektionsabteilung für die Kontrolle über die Aufwendungen des föderalen Budgets für Wissenschaft und Bildung der Russischen Föderation. Der evangelisch-lutherische Regionalbischof Siegfried T. Kasparick aus Wittenberg referiert über „Risikowahrnehmung und Zurechnung von Verantwortung“ und wird „Leitlinien eines nachhaltigen Wirtschaftens“ vorstellen.

Der Arbeitsgruppe gehören neun Teilnehmer aus Deutschland, sechs aus Russland an. Für Deutschland sind vorgesehen: Dr. Gerhard Albert, Geschäftsführer von RENOVABIS; Dr. Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg; Regionalbischof Kasparick; Dr. Dr. h.c. Lothar de Maiziere, Vorsitzender des Vorstandes „Petersburger Dialog e.V.“; Erzpriester Georgios Apostolos Malamoussis, griechisch-orthodoxe Metropolie von Deutschland; Marianne Strodt, Rechtsanwältin und Notarin; Professor Wallacher; Dr. Jennifer Wasmuth; Professor Dr. Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Für Russland sind vorgesehen: Erzbischof Longin von Klin, Ständiger Vertreter der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland; Erzbischof Mark von Berlin, Erzbischof von Berlin, Deutschland und Großbritannien; Erzpriester Georgiy Rjabych, Stellvertretender Vorsitzender des Außenamtes des Moskauer Patriarchates; Igumen Fillipp; Alexey Ulyannov, Leiter der Verwaltung für Industriekontrolle des föderalen Kartelldienstes; Olga Tserpitskaya , Stellvertreterin des Dekans für wissenschaftliche Arbeit der Fakultät der internationalen Beziehungen der staatlichen Universität zu St. Petersburg. (wr)

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