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Nicht im Sog der Studentenproteste

Hochschul-Konzept für Bachelor „durchweg positiv angenommen“. Preisverleihung bei der diesjährigen Akademischer Feier

 

München, 20. November 2009 (HfPh) Während die Proteste der Studenten gegen die Umsetzung des Bologna-Prozesses mit Bachelor- und Masterstudiengängen in Deutschland anhalten, verzeichnet die Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München eine positive Resonanz bei ihren Studierenden. Dies erklärte bei der diesjährigen Akademischen Feier der Hochschule deren Rektor, Professor Michael Bordt SJ am Freitag, 20. November. Der Hochschule sei es offensichtlich gelungen, einen neuen Bachelor-Studiengang zu konzipieren, der von den Studierenden „durchweg positiv angenommen wird”, sagte Bordt.

Die Hochschule hatte zu Beginn des Wintersemesters einen neuen Bachelor für Philosophie gestartet und das bisherige zweijährige Bakkalaureat, eines der Markenzeichen der Institution, in einen neuen dreijährigen Studiengang überführt und sieht sich dadurch, wie Bordt erklärte, „bestens für den Bologna-Prozess gerüstet”. Der staatlich und kirchlich anerkannte Studiengang erfülle alle Kriterien dieses Prozesses, der bis 2010 ein einheitliches europäisches Hochschulwesen schaffen soll. Die Studierenden bekämen wie bisher „eine exzellente Grundausbildung in Philosophie“. Die anspruchsvollen Anforderungen an die Studierenden würden von persönlicher Förderung begleitet. Die Auseinandersetzung mit schwierigen philosophischen Sachfragen lasse die Zeit für das Eigenstudium nicht zu kurz kommen.

Bei der Akademischen Feier wurden zwei mit der Hochschule verbundene Preise für ausgezeichnete Dissertationen und ein Förderpreis des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) für Studierende aus anderen Ländern vergeben. Den mit 2000 Euro dotierten „Richard Schaeffler-Preis“ erhielt Franziskus von Heereman (32) für seine Auseinandersetzung mit den späten Schriften des Philosophen Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), insbesondere seiner 1812 erschienenen „Sittenlehre“ („Selbst und Bild. Zur Person beim letzten Fichte“). Der Preis ist nach dem Münchner Philosophen und katholischen Theologen Richard Schaeffler (*1926) benannt, dem die Hochschule 2005 für seine Verdienste um Religions-, Geschichtsphilosophie und Wissenschaftstheorie die Ehrendoktorwürde verliehen hat.

Den mit 1500 Euro dotierten, alle drei Jahre für die beste Dissertation an der Hochschule vergebenen „Alfred- Delp –Preis“ erhielt Arnulf Müller (47) für eine Arbeit über „Weltanschauung“, eine Auseinandersetzung mit dem Philosophen Martin Heidegger (1889-1976). Der Preis ist nach dem von den Nationalsozialisten 1945 in Berlin-Plötzensee ermordeten Jesuitenpater Alfred Delp SJ benannt, der im „Kreisauer Kreis“ einer der Vordenker des Widerstandes der Männer des 20. Juli gegen die NS-Diktatur war. Den Förderpreis des DAAD erhält unter anderem für sein besonderes und vorbildliches persönliches Engagement in der Hochschule Jonas Lüscher (33), ein Schweizer. (wr)

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