Politik als Beruf auf dem Prüfstand
Günther Beckstein diskutiert mit Ulrike Gote. Kolloquium in der Hochschule für Philosophie der Jesuiten (9.11.)
München, 4.11.2009 (HfPh) Zwei bayerische Politiker, der ehemalige
Innenminister und Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Günther
Beckstein und die Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion der
Grünen im Bayerischen Landtag, Ulrike Gote, stehen am Montag, 9.
November, Rede und Antwort in der Hochschule für Philosophie der
Jesuiten in München. Politik als Beruf, der Titel eines berühmten
Vortrages, den der Nationalökonom und Mitbegründer der Soziologie Max
Weber (1864 bis 1920), Anfang 1919 in München gehalten hat, ist das
Thema des Kolloquiums im Rahmen des Rottendorf Projektes der
Hochschule. Das im Oktober 1919 veröffentlichte Werk gilt als
Klassiker der Politikwissenschaft und politischen Ethik.
Beckstein, Jahrgang 1943 und Gote, Jahrgang 1965, haben beide eine
klassische politische Karriere vorzuweisen. Der im mittelfränkischen
Hersbruck geborene Beckstein fand über die Junge Union zur CSU. Seit
1974 gehört er dem Bayerischen Landtag an. Von 1993 bis 2007 war der
promovierte Jurist Innenminister und von 2007 bis 2008
Ministerpräsident des Freistaates Bayern. Der bekennende evangelische
Christ ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Die 1965 in Trier
geborene Frau Gote, eine diplomierte Geoökologin, gehört der Partei der
Grünen an, für die sie 1998 in den Bayerischen Landtag gewählt wurde.
Die hochschul- und kirchenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist
verheiratet und hat drei Kinder.
Als weiterer Gesprächspartner wird Professor Norbert Brieskorn SJ, der
an der Hochschule Sozial- und Rechtsphilosophie lehrt, die
wissenschaftliche Seite des Themas übernehmen und in das Werk von Max
Weber einführen. Das Kolloquium, das Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher,
Leiter des Rottendorf-Projekts Globale Solidarität – Schritte zu einer
neuen Weltkultur, moderiert, will „die ethischen Grundlagen des
Politiker-Berufs zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ erörtern. Dabei
interessiert auch, inwiefern die Thesen des Vortrags von Weber vor 90
Jahren heute noch Orientierung für politisches Handeln geben. Weber
habe vom Politiker sowohl Leidenschaft im Dienst an der Sache als auch
Augenmaß gefordert, heißt es in der Einladung der Hochschule zu dem
Kolloquium. Politiker, so Weber, müssten sich ethisch anspruchsvolle
Ziele wählen, „nach den Sternen greifen“, zugleich aber bei der
Umsetzung dieser Ziele in der Lage sein, das zu entscheiden, was unter
den gegebenen Umständen möglich sei. Das auf zwei Stunden angesetzte
Kolloquium beginnt um 19.30 Uhr in der Aula der Hochschule
(Kaulbachstraße 31). (wr)
Informationen zum Rottendorf-Projekt Globale Solidarität – Schritte zu einer neuen Weltkultur finden Sie hier.
