Tore schießen mit fairen Bällen
Nationalspielerin Bianca Rech gibt Anstoß. 4. Runder Tisch Bayern diskutiert Sozial- und Umweltstandards (13.11.2009)
München 10.11.2009 (HfPh) Eine Torwand, an der sich Prominente als Ballartisten üben, wäre nichts Ungewöhnliches. Steht diese Torwand aber in einer Hochschule für Philosophie der Jesuiten, so ist zumindest die neugierige Frage berechtigt, welch tieferer Sinn sich wohl dahinter verberge. Dort, wo sonst in der Münchner Kaulbachstraße 31 sich Studierende in Vorlesungen mit der Vielfalt philosophischen Denkens vertraut machen, wird am kommenden Freitag, 13. November eine Torwand stehen.
Bianca Rech, Fußballspielerin beim FC Bayern und Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der Frauen, wird mit einem Ball, der sich äußerlich nicht von Millionen anderer Fußbälle unterscheidet, aber dennoch ein ganz besonderer Ball ist, ihr Können zeigen. Die Aktion ist eine Demonstration für die Fertigung fairer Bälle, die nach anerkannten Sozial- und Umweltstandards produziert werden. Der im fränkischen Herzogenaurach beheimatete und weltweit tätige Sportartikel-Konzern Puma hat den Ball rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika nach solchen anerkannten Standards produzieren lassen und auf den Markt gebracht. Mit auf die Torwand halten werden Augustinerpater Eric Englert OSA, Präsident des internationalen katholischen Missionswerkes missio münchen und Bernd Hausmann, ehemaliger Vertragsspieler beim 1. FC Nürnberg, der jetzt ein Geschäft mit fair gehandelter Mode (GreenFashion) führt.
Anlass der Aktion ist der 4.Runde Tisch Bayern zu Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen, der diese Thematik am 13. November am Beispiel der Herstellung von Sportartikeln in der Aula der Münchner Hochschule für Philosophie diskutieren wird. Das landesweit tätige Eine Welt Netzwerk Bayern hat in Kooperation mit dem Institut für Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Philosophie und der Münchner Hochschule für angewandte Wissenschaften zu einem entsprechenden Forum mit Ideenbörse eingeladen. Für den Vorstand des Netzwerkes, den Theologen und Politikwissenschaftler Alexander Fonari, ist die Produktion des fairen Balls durch Puma eine ‚Steilvorlage’, die auch nach der Einstellung anderer Sportartikelhersteller wie von Unternehmen überhaupt zur Produktion nach aner-kannten Sozial- und Umweltstandards fragen lasse. In diesem Jahr sollen von dem seit 2006 eingerichteten Runden Tisch Impulse für den Einzelhandel und die sportlich interessierten Käufer ausgehen, gerade bei Sportartikeln auf Herkunft und Produktionsweise zu achten. An der Ideenbörse werden sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beteiligen. Medienpartner ist in diesem Jahr die Süddeutsche Zeitung. (wr)
Hinweis: Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen können zur Berichterstattung an dem Forum teilnehmen. Wer nur über das Torwandschießen berichten will, findet sich bis spätestens 14.30 Uhr vor der Aula der Hoch-schule für Philosophie, Kaulbachstr. 31, ein und wird dann entsprechend informiert.
Vollständiges Programm des 4. Runden Tisches Bayern zu Sozial- und Umweltstandards incl. Anmeldung finden sie hier.
