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Verbindliche Zwischenziele statt Kuhhandel

Erwartungen an UN-Klimakonferenz in Kopenhagen: Enger Zusammenhang von Klima- und Entwicklungspolitik

 

München 13.11.2009 (HfPh) Auf dramatische Konsequenzen einer durch Beharrungsblockaden verzögerten zukunftsorientierten Klima- und Entwicklungspolitik hat der Münchner Wirtschaftsethiker Professor Johannes Wallacher hingewiesen. Wallacher, der an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München lehrt, erwartet vom bevorstehenden UN-Klimagipfel, der vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen stattfindet, „verbindliche Zwischenziele“, keinen „Kuhhandel“ bei dem sich die internationale Staatengemeinschaft auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner einige. Es müsse zumindest gelingen, dass die Staatengemeinschaft sich verpflichte, „den Anstieg weltweiter Treibhausgas-Emissionen ab 2020 zu stoppen und von da an die Emissionen bis 2050 schrittweise zu reduzieren“. Dies wäre ein positives Signal, erklärte er in einem Beitrag für die neueste Ausgabe der in Freiburg im Breisgau erscheinenden Zeitschrift Herder-Korrespondenz.

Wallacher wies auf den engen Zusammenhang von Klima- und Entwicklungspolitik hin und forderte eine internationale Entwicklungspolitik mit entsprechenden Strategien. Globale Strukturen seien so zu gestalten, dass sich die armen Länder durch eigene politische Reformen selbstständig entwickeln könnten. Von zentraler Bedeutung sei dabei, die Klima- und Entwicklungspolitik besser mit anderen Ressorts, vor allem mit der Handels- und Agrarpolitik, abzustimmen. Neuere Studien zum Klimawandel zeigten, dass dieser noch viel schneller und mit schwerwiegenderen Folgen verlaufen werde, als bisher angenommen. Notwendig sind daher „ehrgeizigere Reduktionsziele“, die nur durch einen schnellen und radikalen Umbau der Energiesysteme unter gerechter Einbeziehung der Entwicklungsländer erreichbar seien. „Klimaschutz und Armutsbekämpfung als zwei zentrale Herausforderungen der Globalisierung werden zusammen gelingen oder scheitern.“

Erst im Oktober hatten Wallacher und andere Wissenschaftler der Hochschule an mehreren Dialogforen in Asien, Afrika und Lateinamerika zu den prekären Folgen des Klimawandels vor allem für die Menschen in den Entwicklungsländern teilgenommen. Diese Foren sind Teil eines bereits 2007 gestarteten Projektes Klimawandel und Gerechtigkeit, das zu einer Klimapolitik beitragen will, die zugleich Baustein einer nachhaltigen Armutsbekämpfung ist. Die Studie wird von dem weltweit agierenden bischöflichen Hilfswerk Misereor in Aachen und der Münchener Rück Stiftung finanziert. Erarbeitet wird sie gemeinsam vom Institut für Gesellschaftspolitik (IGP) an der Münchner Hochschule für Philosophie und vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das die Bundesregierung in umweltpolitischen Fragen berät. (wr)

Hinweis: Professor Wallacher und Dr. Michael Reder stehen im Vorfeld und anlässlich des Klimagipfels in Kopenhagen auf Anfrage für Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen als Gesprächspartner zur Verfügung.

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