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Bei Migration besondere Verantwortung der Politik

Landtagspräsidentin Stamm: Zuwanderer und Einheimische in der Pflicht. Politikerin sieht große Chancen in neuem Lehrstuhl für Völkerverständigung

München, 27. Oktober (HfPh) Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm (CSU) sieht die Politiker in einer „besonderen Verantwortung“, mit den „sensiblen Themen“ Asyl und Migration sachlich umzugehen. Dies müsse „unabhängig von Volkes Stimme“ geschehen, sagte die Politikerin am Dienstagabend, 26. Oktober, bei einem akademischen Festakt zur offiziellen Errichtung des ersten in Deutschland ausdrücklich der Völkerverständigung gewidmeten Lehrstuhls an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München. Das Münchner Ehepaar Helmut und Angela Six finanziert mit einer „Stiftung für Völkerverständigung“ diesen Lehrstuhl nicht nur für einen befristeten Zeitraum, sondern auf Dauer.

Die Poltiker stünden in der Verantwortung, vorhandene Ängste und Vorurteile nicht noch zu schüren. Vielmehr sei es ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diese abgebaut würden, sagte die Politikerin unter dem Beifall der zahlreich an dem Festakt teilnehmenden Studierenden und Gäste der Hochschule. Stamm warnte unter Hinweis auf nationalistische und rechtspopulistische Entwicklungen in mehreren europäischen Ländern ausdrücklich vor Konfrontationen, die eine fatale Wirkung entfalten könnten. Integration, so sagte sie, sei ein wechselseitiger Prozess, der beide Seiten, „Zuwanderer wie Einheimische“, in die Pflicht nehme. Zur Perspektive für den neuen Lehrstuhl, dessen Stiftung sie ausdrücklich als vorbildlich würdigte, äußerte sich die Landtagspräsidentin optimistisch. Sie habe die „Wunschvorstellung“, dass in deutschen Schulen und Hochschulen junge Menschen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern erzogen und gebildet würden: „Selbstverantwortlich und solidarisch, tolerant und konfliktfähig, in der eigenen Identität verwurzelt und offen für andere“.

Damit das Zusammenleben friedlich gestalten werden könne, müsse es eine „Bildungsoffensive“ für Migrantenkinder geben, insbesondere zum Erlernen der deutschen Sprache, und dies möglichst schon im Vorschulalter, sagte Stamm. Darüber hinaus müsse es auch Angebote für Eltern, insbesondere für Mütter geben, denen ein Schlüsselrolle bei der Integration zukomme. Auch will die Landtagspräsidentin bei den Migranten die Rolle der Frauen in Arbeit und Gesellschaft gestärkt wissen.

Beim dem Festakt hatte der Präsident der Hochschule, Professor Michael Bordt SJ, für das Vertrauen der Stifter in die Hochschule und das mit ihr verbundene weltweite Netzwerk von jesuitischen Universitäten gedankt. Der neue Lehrstuhl solle mithelfen, „eine neue Perspektive für eine bessere Welt“ zu gewinnen, sagte Bordt. Die Studierenden kämen dadurch auch mit dem „weltweiten Netzwerk“ des Ordens in vielen Ländern der Erde in Kontakt. Darin sehe er eine Chance für den Dialog mit anderen Kulturen und Religionen und einen Brückenschlag zu ihnen. (wr)

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