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Ehrenpromotion für Philosophen Kutschera

Hochschule für Philosophie würdigt „kritische Eigenständigkeit“. Preis des Akademischen Austausch Dienstes für russische Ordensfrau

München, 19.11.2010 (HfPh) Dem deutschen Philosophen Franz von Kutschera (78) verleiht die Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München die Ehrendoktorwürde. Der Präsident der Hochschule, Professor Michael Bordt SJ, wird die der Persönlichkeit und dem umfassenden Lebenswerk des Wissenschaftlers gewidmete Auszeichnung bei der Akademischen Feier am Freitag, 19. November, in der Aula der Hochschule (Kaulbachstraße 31, Beginn: 17.30 Uhr) verleihen.

Der 1932 in Hannover geborene Kutschera, der an der Universität München Mathematik, Physik und Philosophie studierte, legte bisher 24 zum Teil mehrbändige Werke vor und ist damit einer der produktivsten Philosophen der Nachkriegsgeschichte. Er gilt als Vermittler zwischen der angelsächsisch und der klassisch europäisch geprägten Tradition der Philosophie. In seinen jüngeren Arbeiten, „Die großen Fragen“ und „Was vom Christentum bleibt“, greift er Themen der Religion und christlichen Theologien auf. Er bezieht sie in sein philosophisches Denken ein „ohne dabei die kritische Eigenständigkeit der Philosophie auch nur im Geringsten aufzugeben“, so Professor Godehard Brüntrup SJ, der die Laudatio zur Ehrenpromotion halten wird. Nach wissenschaftlicher Lehrtätigkeit in München und Kiel wurde Kutschera 1968 auf einen Lehrstuhl für Philosophie an die Universität Regensburg berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1998 inne hatte.

Im Rahmen der Akademischen Feier wird auch der mit 1.000 Euro dotierte Preis des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) vergeben. Für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender, die ihr Studium in Deutschland absolvieren, wird der Preis an Alena Chaykisova, eine katholische Ordensfrau aus Russland, vergeben. Sie erhält die Auszeichnung für eine an der Hochschule für Philosophie vorgelegte Magisterarbeit über den mittelalterlichen Theologen und Kirchenlehrer Thomas von Aquin.

Präsident Bordt sieht Hochschule in ausgezeichneter Position

In seiner traditionellen Bilanz zur jährlichen Akademischen Feier sieht Präsident Bordt die Hochschule auch im Vergleich mit anderen in ausgezeichneter Position. Es bewähre sich, dass die Hochschule kein elitäres Eigenleben führe, sondern im offenen Diskurs richtungsweisende Impulse zu wichtigen in der Gesellschaft geführten Auseinandersetzungen gebe, so vor allem zu ethischen Fragen in Wirtschaft, Medien und Naturwissenschaften. Im Wintersemester 2010/2011 kann die Hochschule 535 Studierende verzeichnen, 425 sind davon ordentlich eingeschrieben. Ein Fünftel der Studierenden, die einen Abschluss an der Hochschule anstreben, kommt aus anderen Ländern, für Bordt ein bemerkenswerter Hinweis auf das in der Tradition des Jesuitenordens verankerte interkulturelle Engagement der Hochschule. (wr)

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