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Ein Forschungsprojekt gegen die Wasserkrise

Für ein „weltweit nachhaltiges Wassermanagement“. Kooperation mit Wissenschaftlern in Afrika und China

 

München 16. Juni (HfPh) Mit einem umfassenden Forschungsprojekt wollen jetzt Wissenschaftler ver-schiedener Fachrichtungen in Deutschland ökonomische, rechtliche und ethische Impulse für ein „weltweit nachhaltiges Wassermanagement“ geben. Sie kooperieren dabei mit Fachkollegen und renommierten Instituten unter anderem in Afrika und China.

Das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) in Auftrag gegebene Projekt soll konkrete Vorschläge erarbeiten, wie die bereits in zahlreichen Regionen der Erde spürbare Wasserkrise und die damit verbundene akute Bedrohung der Lebensgrundlagen vieler Menschen überwunden werden kann. Von dem im Mai dieses Jahres begonnenen und auf drei Jahre angelegten Projekt wird erstmals eine umfassende globalregionale Abschätzung der Wasserknappheit erwartet.

Das Institut für Gesellschaftspolitik (IGP) an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München wird das Projekt gemeinsam mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Berliner Humboldt Universität durchführen. Das Potsdam-Institut wurde mit der Leitung beauftragt. In einer nachhaltigen Nutzung der weltweiten Süßwasserressourcen sieht Professor Johannes Wallacher vom IGP „eine der größten wirtschaftlichen, technischen und ethischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Nicht zuerst den Mangel an Wasservorkommen, sondern ungenügende institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wassermanagement sieht der Wissenschaftler als vielfache Ursache der Wasserknappheit: „Die Wasserkrise ist im Wesentlichen eine Managementkrise“.

Wallacher wies auf die Situation vieler Entwicklungs- und Schwellenländer hin, die stark von der Landwirtschaft abhingen, häufig in trockenen Regionen lägen und bereits jetzt von der Wasserknappheit und den damit verbundenen Problemen, etwa der Sicherung der Ernährung, bedroht seien. Veränderte, oft geringere Niederschläge kämen als Folge des Klimawandels hinzu. Parallel dazu führten ein weiteres Bevölkerungswachstum, die wirtschaftliche Entwicklung und ein damit verbundener veränderter Lebensstil zu einem höheren Wasserbedarf. Es sei in einer globalisierten Welt unausweichlich, dass regionale Wasserknappheit sich zu einem überregionalen Problem entwickle, sagte Wallacher. Im regionalen und globalen Diskurs zur Bewältigung einer drohenden Wasserkrise könne das Projekt Grundlage für „politische Handlungsempfehlungen“ sein. Der Wissenschaftler ist ein ausgewiesener Experte der Lebensgrundlage Wasser. Bereits 1999 war unter diesem Thema an der Hochschule für Philosophie seine auch als Buch erschienene Dissertation über eine dauerhaftumweltgerechte Wassernutzung als globale Herausforderung angenommen worden. (wr)

Weitere Infos auf der Projekthomepage.

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