Hochschule für Philosophie beim ÖKT
Podium zur Verbindung von Klimaschutz und Armutsbekämpfung, Eucharistiefeier mit ökumenischer Dialogpredigt in St. Sylvester
München, 10. Mai (HfPh) Als Stätte der Forschung und Wissenschaft wie der geistigen Auseinandersetzung mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen ist die Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München ein gefragter Ort für prominent besetzte Veranstaltungen des kommenden Zweiten Ökumenischen Kirchentages (ÖKT). Anlässlich dieses Ereignisses, das vom 12.-16. Mai mehr als 100.000 Christen aller Konfessionen in der bayerischen Landeshauptstadt zusammenführen wird, öffnet die Hochschule in Schwabing (Kaulbachstrasse 31) ihre Türen für insgesamt 17 Veranstaltungen des Kirchentages.
Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen ist das Thema eines im Licht der aktuellen politischen Auseinandersetzung besonders herausfordernden und von der Hochschule inhaltlich mitverantworteten Podiums am Samstag, 15. Mai (Beginn: 19 Uhr). Im Rahmen des Zentrums Dialog mit der Wissenschaft beim ÖKT laden dazu das Institut für Gesellschaftspolitik (IGP), das renommierte Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, das weltweit in der Entwicklungsarbeit tätige Bischöfliche Hilfswerk Misereor und die Münchener Rück Stiftung ein. Die beiden zuletzt genannten hatten 2007 eine dreijährige Studie über die Verbindung von Klimaschutz und Armutsbekämpfung in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes, das noch in diesem Jahr abgeschlossen und vorgestellt werden soll, waren in Lateinamerika, Asien und Afrika bei Dialogforen mit unmittelbar von den Folgen des Klimawandels Betroffenen diskutiert worden, um deren Argumente in die Studie einzuarbeiten.
Bei dem ÖKT-Podium im München wollen Vertreter aus Wissenschaft, Kirche und Politik erörtern, wie einzelne gesellschaftliche Akteure zu einem entwicklungsverträglichen Klimaschutz beitragen können, heißt es in der Ankündigung. Unter der Leitung von Professor Johannes Wallacher (IGP) diskutieren die Wissenschaftler Ottmar Edenhofer (PIK), Harald Lesch (Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität München) und Michael Reder (IGP). Für die Politik spricht Armin Laschet, Minister für Generationen des Landes Nordrhein-Westfalen, für die Wirtschaft Paul van Son, Geschäftsführer der Desertec Industrial Initiative GmbH, München, für die Kirche der Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, der auch Vorsitzender der Bischöflichen Misereor-Kommission ist.
Einen eigenen geistlichen Akzent wird die Hochschule zum Schluss des Kirchentages setzen. Am Sonntag, 16. Mai, wird der in der Schwabinger Stadtpfarrkirche St. Silvester regelmäßig unter dem Motto Denken & Beten von Jesuitenpatres der Hochschule gefeierte Gottesdienst eine besondere ökumenische Ausrichtung haben. Eckhard Frick SJ, der an der Hochschule lehrt und vor kurzem auf den an der Universität München neu geschaffenen Lehrstuhl für Spiritual Care berufen worden ist, feiert die Eucharistie (Beginn: 11 Uhr). Bei dem Gottesdienst werden der Jesuitenpater und der evangelisch-lutherische Pfarrer Joachim Gneist im Dialog predigen. Beide sind promovierte Ärzte, Psychotherapeuten und Psychiater. Die Dialogpredigt wird sich jeweils auf Texte aus Epistel und Evangelium des Sonntags beziehen, die noch einmal stichwortartig während des Dialogs von einer Lektorin vorgetragen werden. Es ist dies die Münchnerin Irene Lejeune. Sie hatte auch die Idee zu der Gottesdienstreihe Denken & Beten, die seit einem halben Jahr sehr gut besucht ist und inzwischen einen festen Platz im Angebot der Gottesdienste in München hat. (wr)
