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Kommunikationsberufe in der Krise

Frage nach neuen ethischen Herausforderungen. Fachtagung in der Hochschule für Philosophie

 

München, 15.2. (HfPh) Im Zeichen einer anhaltend rasanten Entwicklung der Kommunikationstechnik stehen die klassischen Kommunikationsberufe vor neuen großen Problemen. Journalisten aller Medien, sowie Fachleute aus der PR- und Werbebranche sehen sich von einem tief greifenden Wandel erfasst, der sich erheblich auf ihrer Berufspraxis auswirkt. Auch angesichts neuer konfliktreicher ethischer Herausforderungen stellen viele die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft.

Das Netzwerk Medienethik, ein seit 1996 eingerichtetes inderdisziplinäres Gesprächsforum, wird bei einer Fachtagung am 18. und 19. Februar in der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München diese Thematik diskutieren. Namhafte Vertreter philosophischer und theologischer Ethik, der Kommunikations-, Journalismus- und Pädagogikwissenschaft sowie Verantwortliche aus Selbstkontrollgremien der Medien und der Medienpraxis werden sich mit der Ethik der Kommunikationsberufe und ihrer aktuellen Situation auseinandersetzen.

Die mehr als 60 Teilnehmer der Tagung kommen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, teilte der einladende Sprecher und Mitbegründer des Netzwerkes, der Münchner Kommunikationswissenschaftler Pro-fessor Rüdiger Funiok SJ mit. Zu dem jährlich veranstalteten Forum lädt das Institut für Kommunikationswissenschaft und Erwachsenenpädagogik der Jesuitenhochschule ein, dessen Leiter Funiok ist. Das von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) finanziell geförderte Forum ist zugleich die Jahrestagung der 2001 gegründeten Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik der Deutschen Ge-sellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK).

In einer Einführung zur Tagung heißt es, besonders der klassische Print-Journalismus stecke in einer dramatischen Krise. Die Auflage zahlreicher deutscher Zeitungen mit Qualitätsanspruch nehme seit Jahren kontinuierlich ab. Arbeitsstellen würden abgebaut und Redaktionen zusammengelegt. Das Anzeigenvolumen sinke. Immer weniger große Unternehmen sicherten die ökonomische Existenz der Zeitungsverlage. Der Einfluss der PR auf den Journalismus spiele eine immer größere Rolle. So würden etwa Pressetexte von Unternehmen ungeprüft als journalistische Meldungen verbreitet. Es müsse also darüber gesprochen werden, wie das Spannungsfeld zwischen der gewünschten Selbstdarstellung eines Wirtschaftsunternehmens und dem legitimen Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit nach wirklich korrekten Zahlen, Daten und Fakten zu lösen sei. (wr)

Hinweis: Zum Auftakt der Tagung informieren am Donnerstag, 18. Februar, im Seminarraum I der Hochschule für Philosophie, Kaulbachstr, 31, um 11.00 Uhr Prof. Rüdiger Funiok SJ, Sprecher des Netzwerkes Medienethik, und die beiden Sprecher der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik der DGPuK, Professor Christian Schicha, Mediendesign Hochschule Düsseldorf und Alexander Filipovic vom Institut für Christliche Sozialwissenschaften der Universität Münster.

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