Langfristige Prozesse statt Katastrophen
Zum Aussterben von Lebewesen in der Erdgeschichte (Wissenschaft für jedermann im Deutschen Museum am 20.1.2010, 19 Uhr)
München, 15. Januar 2010 (HfPh). Die in Wissenschaft und Medien kontrovers diskutierte Frage nach den Ursachen des Aussterbens von Tier- und Pflanzenarten in verschiedenen Abschnitten der Erdgeschichte ist am kommenden Mittwoch, 20. Januar, Thema im Deutschen Museum in München (www.deutsches-museum.de/information/vortraege). In der Vortragsreihe Wissenschaft für jedermann referiert dazu der renommierte Paläontologe und Evolutionsforscher Professor Friedrich Strauch von der Universität Münster über „Katastrophen und Aussterbeereignisse in der Erdgeschichte“. Die Veranstaltung im Ehrensaal des Museums beginnt um 19.00 Uhr.
Strauch tritt der in einigen Geowissenschaften vertretenen gängigen Auffassung entgegen, wonach das große Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten in der Erdgeschichte vor allem auf globale Katastrophen zurückzuführen sei, ausgelöst durch Einschläge von Meteoriten oder Kometen. Besonders das Aussterben der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren und ihre Ablösung durch „moderne“ Säugetiere werden oft so dargestellt und interpretiert.
Tatsächlich lasse sich belegen, das solche „Aussterbe-Prozesse“ nicht abrupt geschehen , sondern langfristig abgelaufen seien, erklärte dazu der für die Planung der Veranstaltung verantwortliche Leiter des Instituts für naturwissenschaftliche Grenzfragen der Philosophie und Theologie der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München, Professor Christian Kummer SJ. Es gebe „kein monokausales Szenario“. Vielmehr zeigten sich insgesamt „gruppen- und regionalspezifische unterschiedliche Aussterbe-Geschwindigkeiten und unterschiedliche Zeitpunkte des Erlöschens“. Verstärkter Vulkanismus, Schwankungen des Meeresspiegels oder Klimaentwicklungen seien zwar „Impulsgeber“ für Umbrüche in der belebten Welt. Kosmische Ursachen für diese Prozesse anzunehmen sei jedoch „nicht zwingend notwendig“. Viele vermeintliche Belege für ein „extraterristisches Wirken“ ließen sich auf irdische Prozesse zurückführen. (wr)
