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Minister Heubisch in der Hochschule für Philosophie

„In Lehre und Forschung zeitgemäß und wissenschaftlich fundiert“. Rektor Bordt: Widerstand gegen NS-Regime ein aktuelles Vermächtnis

 

München, 2. Februar 2010 (HfPh) Der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) hat die Bedeutung der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München für Lehre und Forschung ihres Fachbereichs hervorgehoben. „Die große fachliche Breite, mit der die Philosophie hier vertreten wird, bürgt für eine zeitgemäße und wissenschaftlich fundierte geisteswissenschaftliche Lehre und Forschung“, sagte der Minister am Dienstag, den 2. Februar, bei einem offiziellen Besuch in der Hochschule. Mit ihrer fachlichen Ausrichtung und der Trägerschaft durch den Jesuitenorden nehme die Hochschule eine besondere Stellung ein. Sie sei eine Bereicherung des Hochschulspektrums in Bayern.

Heubisch, der sich seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr persönlich in allen staatlichen Universitäten und Hochschulen in Bayern informiert hat und jetzt auch die privaten besucht, äußerte sich anerkennend über das gute Verhältnis von Lehrenden und Studierenden an der Hochschule. Wörtlich sagte er: „Das gemeinschaftsorientierte Klima, in dem die Angehörigen der Hochschuleleitung, Professoren und Studierende miteinander umgehen, hat mich besonders beeindruckt.“ Der Wissenschaftsminister war vom Rek-tor der Hochschule, Professor Michael Bordt SJ, empfangen und durch das Haus geführt worden. Mit Repräsentanten des Lehrkörpers und der gewählten Studentenvertretung traf er zu einem Meinungsaustausch zusammen.

Rektor Bordt sagte, der Hochschule gehe es nicht ausschließlich darum, die Wissenschaft durch die Forschung voranzutreiben. Vor allem sollten junge Menschen zu Multiplikatoren in der Gesellschaft ausgebildet werden, in der sie dann mit einer gediegenen geisteswissenschaftlichen Fundierung und ethischen Ausrichtung in verschiedensten Berufen Verantwortung übernehmen könnten. An der Hochschule im Münchner Stadtteil Schwabing, studieren zur Zeit 557 Männer (60 Prozent) und Frauen (40 Prozent). Mit einer durchschnittlichen Studiendauer von 9,3 Semestern bis zum Magister wird an keiner anderen Fakul-tät in Deutschland der Magister im Fach Philosophie so schnell erreicht wie an der Hochschule. Hier werden ein Drittel aller Magisterarbeiten in Philosophie in Bayern bestanden, ein Sechstel aller Studierenden, die in Bayern in Philosophie promovieren, tun dies an der Jesuiten-Hochschule.

Zu Beginn des Ministerbesuches hatte Bordt seinen Gast an den 65. Jahrestag der Hinrichtung des im Kreisauer Kreis maßgeblich am Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime beteiligten Münchner Jesuitenpaters Alfred Delp SJ erinnert. Delp war wegen angeblichen Landes- und Hochverrats vom so genannten Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 2. Februar 1945, dem Fest Maria Lichtmess, am Galgen im Gefängnis Berlin-Ploetzensee hingerichtet worden. Der Widerstand gegen das NS-Regime sei ein aktuelles Vermächtnis, sagte Bordt. Delps Vision einer sozialen und gerechten Gesellschaft sei für die Hochschule wie für die ganze Gesellschaft eine konkrete Herausforderung, für ein soziales Verhalten und Solidarität im eigenen Land wie weltweit einzutreten. Bordt zeigte Heubisch die Bronzetafel, die an dem der Hochschule unmittelbar benachbarten Berchmanskolleg der Jesuiten angebracht ist und an die geheimen Treffen des Kreisauer Kreises in diesem Haus und die daran maßgeblich beteiligten Münchner Jesuiten Augustinus Rösch SJ, Lothar König SJ und Alfred Delp SJ erinnert. Auch an den Widerstand des von Papst Johannes Paul II. 1987 selig gesprochenen Jesuitenpaters Rupert Mayer SJ erinnert die Tafel. (wr)

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