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Warum Schönheit kein Handicap ist

Widerspruch gegen „merkwürdige Deutungen“ von Biologen (Wissenschaft für jedermann im Deutschen Museum am 13.1.2010, 19 Uhr)

 

München, 11.1.2010. (HfPh) Die Sicht des englischen Naturwissenschaftlers Charles Darwin (1809-1882) über den Zusammenhang von Schönheit und „sexueller Selektion“ ist im Nachtrag zum Darwin-Jahr am kommenden Mittwoch, 13. Januar 2010, Thema im Deutschen Museum München. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Wissenschaft für jedermann referiert dazu der renommierte Münchner Evolutionsbiologe und Ornithologe Professor Josef Helmut Reichholf im Ehrensaal des Museums (Beginn: 19.00 Uhr).

Reichholf, der an beiden Münchner Universitäten lehrt und über 20 Bücher sowie an die 800 Fachveröffentlichungen über viele Themen aus Biologie und Ökologie publiziert hat, wird der Frage Darwins nachgehen, warum Schönheit in der Natur so „außerordentlich vielfältig“ auftritt, obgleich doch Nützlichkeit und Anpassung das Leben bestimmten. Darwin hatte 1871 die „sexuelle Selektion“ als Lösung des Problems präsentiert und ihre Wirksamkeit auch beim Menschen dargestellt.

Der Ansicht Darwins hatten im vorigen Jahrhundert Biologen widersprochen und Schönheit sogar zum „Handicap“ erklärt. Dieser „merkwürdigen Deutung“ will Reichholf ausdrücklich entgegentreten. Für ihn ist die subtile oder verschwenderische Schönheit in der Natur ein „Spiegel innerer Zustände“. Als Ausdruck der Emanzipation des Lebens befreie sie von den Zwängen der Umwelt und eröffne einen Freiraum für die Einzigartigkeit des Individuums.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Institut für naturwissenschaftliche Grenzfragen zur Philosophie und Theologie an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München geplant. Der Leiter des Instituts, Professor Christian Kummer SJ, wird moderieren. (wr)

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