Linie Linie
Sitemap
 
Sie sind hier: Startseite Pressemeldungen Archiv 2010 Wider die Angst vor dem Frieden in Nahost

Wider die Angst vor dem Frieden in Nahost

Debatte zum Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Wissenschaft will Impuls für angestrebten Friedensprozess geben

München, 1.12.2010 (HfPh) Den Bemühungen um einen tragfähigen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern soll eine schon im Vorfeld mit Spannung erwartete Debatte zum Nahost-Konflikt in der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München Impulse geben. Das mit hochkarätigen Experten aus Israel, Palästina, der Schweiz und Deutschland besetzte Kolloquium mit dem Thema „Angst vor dem Frieden“ findet am Montag, 13. Dezember, ab 19.30 Uhr in der Aula der Hochschule (Kaulbachstraße 31) statt.

Das Thema rührt vom Titels eines erst in diesem Jahr in Berlin erschienen Buches des israelischen Historikers und Publizisten Moshe Zimmermann her: Angst vor dem Frieden. Das israelische Dilemma. Der Autor, der an der hebräischen Universität Jerusalem als Professor mit dem Schwerpunkt deutsche Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts forscht und lehrt, wird die Thesen des Buches vortragen und sich der Diskussion stellen. Professor Zimmermann gehörte auch der internationalen Historikerkommission an, die vor wenigen Wochen ihre Forschungsergebnisse über die Geschichte des deutschen Auswärtigen Dienstes in der Zeit des Nationalsozialismus und den Umgang mit dieser Vergangenheit in der Bundesrepublik als Buch vorgelegt hat.

Das öffentliche Kolloquium wird vom Forschungs- und Studienprojekt „Globale Solidarität – Schritte zu einer neuen Weltkultur“ der Rottendorf-Stiftung veranstaltet. Diskussionspartner Zimmermanns, der sich bereits mehrfach mit dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern befasst und damit unter Israelis auch kontroverse Diskussionen ausgelöst hat, werden der palästinensische Historiker, Politologe und Journalist Abdul-Rahman Alawi und der im christlich-jüdischen Dialog herausragend engagierte Schweizer Jesuit Christian Rutishauser SJ sein.

Alawi war von 1983 bis 1994 Leiter des Büros der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ PLO in den Niederlanden, Dänemark und Norwegen. Seit 1994 ist er Korrespondent der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA für Deutschland und Skandinavien. Rutishauser ist Lehrbeauftragter für jüdische Studien an der Hochschule für Philosophie wie auch am Kardinal-Bea-Zentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Er ist Mitglied im Vatikanischen Sekretariat für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum.

Der Leiter des Rottendorf-Projektes, Professor Johannes Wallacher, sieht in der geplanten Debatte einen weiteren Impuls für den angestrebten Friedensprozess im Nahen Osten. Zwar seien die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern in den letzten Jahren nicht vorangekommen. Die jüngst wieder aufgenommenen direkten Gespräche könnten aber „Anlass einer vorsichtigen Hoffnung auf eine Annäherung sein“, sagte Wallacher. Moderiert wird die Debatte von dem Philosophen Michael Reder, der Vertreter des erst vor kurzem an der Hochschule eingerichteten Lehrstuhls für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Völkerverständigung ist. (wr)

Artikelaktionen