Auswege aus der Schuldenkrise
Podiumsdiskussion zur Entschuldung von Entwicklungsländern
München, 10.5.2011 (HfPh) Konkrete Impulse für eine konstruktive Entwicklungspolitik und Kooperation mit Entwicklungsländern soll ein Podiumsgespräch in der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München geben, das vom Institut für Gesellschaftspolitik (IGP) organisiert wird. „Auswege aus der Schuldenkrise“, so das Thema des Podiumsgesprächs, will am Donnerstag, 12. Mai, 19.30 Uhr, in der Aula der Hochschule (Kaulbachstraße 31) die deutsche Initiative „Erlassjahr“ gemeinsam mit Wissenschaftlern des IGP zeigen. „Erlassjahr“ ist Teil einer international vernetzten Kampagne für einen fairen Umgang mit verschuldeten Staaten und ein internationales Insolvenzverfahren.
Für die Initiative spricht deren politischer Koordinator, der Geograph Jürgen Kaiser, für das IGP der Vorsitzende des Misereor-Beirates und Leiter des Instituts, Professor Dr. Johannes Müller SJ, und der Sozialethiker Dr. Andreas Gösele SJ. Müller hat zu den entwicklungspolitischen Konsequenzen der Verschuldung von Entwicklungsländern wissenschaftlich geforscht und Artikel zu ethischen Kriterien der Entschuldung veröffentlicht. Gösele wird ethische Überlegungen für eine Entschuldung vorstellen.
Die internationale Entschuldungskampagne will es den Entwicklungsländern ermöglichen, aus der Schuldenfalle heraus zu kommen und, wie das etwa in Deutschland sowohl bei Einzelpersonen wie auch bei Firmen möglich ist, durch ein Insolvenzverfahren neu beginnen zu können. Dazu wäre ein internationales Insolvenzrecht nötig. So könnten sich Entwicklungsländer wieder klassischen Entwicklungsaufgaben wie der Bekämpfung von Armut, der Förderung von Bildung und der Gesundheitsvorsorge widmen. Das Podiumsgespräch ist Auftakt einer Reihe von zehn öffentlichen Veranstaltungen, die die Hochschule während des Sommersemesters 2011 durchführt. (wr)
